michael bürkle

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Michael Bürkle

Friedensnobelpreis für Nawalny!

Alexej Nawalny war schon lange Kandidat für den Friedensnobelpreis. Er hat ihn bisher nicht bekommen, vermutlich weil er mit seinen 47 Lebensjahren noch „zu jung“ war – und weil es natürlich viele Menschen und Organisationen gibt, die den Preis auch verdienen. (Mehr oder weniger: bei der EU 2012 bin ich mir nicht so sicher. Die hat das hauptsächlich für den Anspruch bekommen, der hinter ihr steckt.)

Nun ist Nawalny plötzlich verstorben – mehr oder minder vom russischen System ermordet und das Nobel-Komitee kommt zu spät.

Herr Nawalny hat sich in enormem Ausmaß für eine Demokratisierung in Russland eingesetzt und damit für eine Grundbedingung für Frieden in weiten Teilen des Planeten. Die Begründung „für ihre Bemühungen um die Wahrung der Meinungsfreiheit, die eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden ist“, die 2021 für den Preis für Maria Ressa von den Philippinen und für den russischen Kollegen Nawalnys, Dmitri Muratow genannt worden ist, kann buchstabengetreu übernommen werden.

Ich weiß schon, dass man Alexej Nawalny damit nicht wieder zum Leben erweckt, aber man würde seine Wirkung deutlich verlängern. Von mir aus kann man den Preis einer der von ihm gegründeteten Organisationen oder seiner Familie zukommen lassen.


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[…] hatte Frau Machado nicht auf dem Schirm; ich hätte an Alexej Nawalny gedacht. Das habe ich schon am 17.2.24 vorgeschlagen. Nun lese ich in der Berichterstattung über den Spionagefall, dass bis kurz vor der Bekanntgabe […]

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[…] habe Alexej Nawalny bereits am 17.2.2024 im Artikel „Friedensnobelpreis für Nawalny!“ für den Preis vorgeschlagen. Damals war der Vorschlag fast schon tagesaktuell; zeitgemäß ist er […]

Whisker
Whisker
3 Monate alt

„Er hat ihn bisher nicht bekommen, vermutlich weil er mit seinen 47 Lebensjahren noch „zu jung“ war“ Nix für ungut, aber da muss ich dich korrigieren: Friedensnobelpreisträger, die bei der Verleihung jünger als 47 Jahre waren, gibt es sogar mehrere (Quelle: „Liste der Friedensnobelpreisträger“ aus der Wikipedia, Altersangabe ist immer jeweils das Alter bei der Verleihung): 2019: Abiy Ahmed (Äthiopien), geb. 1976, 43 Jahre 2018: Nadia Murad (Irak), geb. 1993, 25 Jahre 2014: Malala Yousafzai (Pakistan), geb. 1997, 17 Jahre [sic!] 2011: Tawakkol Karman (Jemen), geb. 1979, 32 Jahre 2011: Leymah Gbowee (Liberia), geb. 1972, 39 Jahre Ich habe da… Mehr »

Whisker
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3 Monate alt

„Ich werde ihr keine Liste derer, die älter als 47 waren, entgegensetzen.“ Eh, die gibts natürlich auch zuhauf – alleine der allererste Preisträger Henry Dunant war bei der Verleihung im Jahr 1901 mit 73 Jahren in einem „etwas fortgeschrittenen“ Alter. 🙂 D.h. mein Posting war jetzt natürlich nicht als „Wettrennen“ gedacht, ob es mehr jüngere oder ältere Preisträger gibt, sondern rein als Ergänzung. BTW, noch ein „nett to know“ dazu: Malala Yousafzai war bei der Verleihung 17 Jahre alt, und der bisher älteste Preisträger war der polnisch-britische Kernphysiker Sir Józef Rotblat (1908-2005), der den Preis 1995 als 87-jähriger bekam. D.h.… Mehr »

Whisker
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3 Monate alt
Reply to  Whisker

„Von mir aus kann man den Preis einer der von ihm gegründeteten Organisationen oder seiner Familie zukommen lassen.“ Ja, das wäre auch meiner Meinung nach eine gute Idee. Denn Nawalny war ja kein reiner „Einzelkämpfer“, d.h. würde man eine der von ihm gegründeten Organisationen wie z.B. die „Stiftung für Korruptionsbekämpfung“ (FBK) auszeichnen, dann würde man damit nicht nur Nawalnys Engagement würdigen, sondern auch die seiner Mitarbeiter, die ihm zugearbeitet haben. Damit bekämen diese Menschen quasi „auch ein Stück vom Nobelpreiskuchen“, und das wäre meiner Meinung nach durchaus fair. Und wenn eine dieser Organsiationen den Friedensnobelpreis bekäme, dann könnte man Nawalny… Mehr »

Whisker
Whisker
3 Monate alt
Reply to  Whisker

Jetzt muss ich mich übrigens selbst korrigieren: *prinzipiell* sind postume Verleihungen doch möglich 🙂 Ursprünglich konnten Friedensnobelpreise postum verliehen werden, wenn Nominierte am Tag der Nominierung (Ende Jänner) noch lebten; 1972 wurde diese Frist verkürzt, seitdem wird der Preis nur dann postum verliehen, wenn Nominierte erst nach der Bekanntgabe der Preisträger (=Anfang Oktober) versterben. Wahrscheinlich gibts auch deswegen mit dem ehemaligen UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld nur einen einzigen Preisträger, der bisher postum ausgezeichnet wurde: Hammarskjöld verstarb am 18.9.1961 bei einem Flugzeugabsturz im damaligen Nordrhodesien (heute Sambia), also eben nach seiner Nominierung im Jänner 1961. Weil das eben nach den Regeln 1972… Mehr »

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