michael bürkle

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Michael Bürkle

Treibhausgase. Entwicklungen …

Im Verkehr

Die Treibhausgas­emissionen gehen – laut einem aktuellen Bericht des VCÖ – in Österreich zurück. Mittlerweile ist der Verkehr jener Wirtschaftsbereich mit dem größten Anteil an Treibhausgas­emissionen; er hat die Energieversorgung abgelöst. Klar: wir haben gelernt, Strom nicht mehr so sehr aus der Verbrennung von Gas zu produzieren, sondern CO2-neutral mit Photovoltaik und Wind (und Wasserkraft und Biogas …)

Es kommt allerdings darauf an, wie man vergleicht, denn gegenüber 1990 ist in allen Bundesländern der Ausstoß an Treibhausgasen im Verkehr sogar gestiegen:

Ja, damals haben Motoren noch wesentlich mehr Abgase produziert.

Im Vergleich zu 2005 sieht das anders aus; da sind die CO2-Emissionen des Verkehrs in allen Bundesländern zurückgegangen (!). In Wien am meisten; da macht sich der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs bemerkbar:

Und natürlich macht sich hier auch der verstärkte Umstieg auf Elektromobilität allmählich bemerkbar.

Wie sieht das „heute“ aus? (Naja: die letzten Zahlen sind aus 2023!):

Ja, „am Land“ ist der pro-Kopf-Verbrauch von CO2 für den Verkehr am größten. Da gibt es eindeutigen Handlungsbedarf, was den Ausbau der Öffis betrifft: im Burgenland, in Kärnten, in Nieder- und Oberösterreich … (Achtung: Klimaticket!) Auch die Elektromobilität scheint dort noch Nachholbedarf zu haben; es ist da noch einiges zu tun. Im Westen sieht es – nach Wien – noch am besten aus.

Treibhausgase nach Wirtschaftsbereichen

Zunächst stellt die Untersuchung des VCÖ fest, dass 2023 in Österreich lediglich im Sektor Verkehr mehr Emissionen entstanden sind als 1990. Industrie, Gebäude, Abfall- und Landwirtschaft haben gegenüber 1990 die Emissionen zurückgefahren:

Der Verkehr ist in Österreich der proble­matische Sektor, in dem am wenigsten vorwärts geht. Hier ist Handlungsbedarf gegeben; vielleicht sind doch allmählich auch E-Traktoren angesagt. Die könnte man über eine bäuerliche Photovoltaik betreiben.

Es war für mich relativ schwierig, für die EU verlässliche Zahlen zu finden. Das liegt daran, dass die Wirtschaftsbereiche da oft durchaus verschieden eingeteilt werden und manchmal der Emissionshandel mitgerechnet wird und manchmal nicht. Ich bin aber auf der Seite des EU-Parlaments fündig geworden und habe für die EU interessante Zahlen gefunden – obwohl sie schon relativ alt sind (aus 2022):

Da hat sich seither sicher einiges verändert. Die Energieversorgung als Bereich, der die meisten Treibhausgas­emissionen beiträgt, ist vom Verkehr abgelöst worden. Wir verbrennen in der EU immer weniger fossile Brennstoffe, nur um Strom zu erzeugen. Wir haben da einiges gelernt und echte Fortschritte erzielt.

Im Verkehr wird in dieser Statistik unterschieden zwischen inländischem, internationalem und Luftverkehr: insgesamt war das damals schon der größte Bereich, größer als die Energieversorgung.

Im Bereich der „Landnutzung … Forstwirtschaft“ ergab sich 2022 noch ein Minus an Treibhaus­gasen von 7%. Klar: Bäume „inhalieren“ CO2, an sich. So ein Minus müsste heute wohl immer noch existieren, allerdings wird es vermutlich geringer ausfallen, denn manche unserer Wälder werden durch abgestorbenes Holz und Waldbrand bereits zu CO2-Emittenten.

Auch auf EU-Ebene ist der Verkehr, was Treibhausgase betrifft, der proble­matischste der Wirtschafts­sektoren, gefolgt von der Industrie. In diesen beiden Sektoren steckt europaweiter Handlungsbedarf.

Sukkus

Es gibt echte Fortschritte in der öster­reichischen und europäischen Energiepolitik; und es gibt immer noch enormen Handlungsbedarf. Wir sind in der richtigen Richtung unterwegs, aber insgesamt immer noch deutlich zu langsam. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Stromverbrauch durch ein deutliches Mehr an Elektromobilität, durch die Umstellung der Industrie weg von fossilen Brennstoffen und durch die KI noch stark steigen wird. Realistische Schätzungen besagen, dass sich der Energiebedarf für KI bis 2030 vervierfachen und insgesamt auf 945 Terawattstunden verdoppeln wird.

Es ist also VIEL zu tun!


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