Wirtschaftbeziehungen! Echt?
Heute meldet die Zeit: „Sachsens Ministerpräsident will zurück zu russischem Öl und Erdgas“ mit dem Untertitel „Michael Kretschmer will nach einem Waffenstillstand Energielieferungen aus Russland wieder aufnehmen.“ Außerdem hat Kretschmer noch gemeint: „Wirtschaftsbeziehungen erhöhen auch unsere Sicherheit“.
Es ist nicht das deutsche Bundesland „Freistaat Sachsen“; es ist nur sein Ministerpräsident Michael Kretschmer von der CDU, der das sagt.
Ich finde, Kretschmers Idee hat zwei Fehler: Der erste ist, Putin wieder als Handelspartner ins Spiel zu bringen. Hält Kretschmer Putin für einen verlässlichen Partner? Ich nicht. Der zweite Fehler ist die Rückkehr zu fossilen Brennstoffen. Die sind out, Herr Kretschmer! Außerdem ist ein Waffenstillstand ganz sicher noch nicht ausreichend für intensive Handelsbeziehungen.
Kretschmers Idee hat aber auch ein richtiges Element: wirtschaftliche Beziehungen können einen Frieden verstärken. Damit fährt Europa seit Generationen gut. Vorbei die Zeit der deutsch-französisch-spanisch-englisch-österreichischen Kriege! Man handelt und verhandelt. Und das ist gut so.
Eine Aussicht
Ich würde durchaus einsehen, wenn wir Putin – oder besser: Russland – signalisieren, dass wir am Handeln und am Verhandeln interessiert sind. Das könnte Russland den Weg zu Friedensverhandlungen erleichtern – und zu größerer politischer Verlässlichkeit. „Die Russen“ sind ja nicht „böse“, man kann sie nicht an Putin messen. Aber der Kauf fossiler Brennstoffe kann nicht mehr das Ziel sein. Wir sollten eher daran denken, Strom aus sauberer Energie nach Russland – und natürlich auch in die Ukraine – zu exportieren. Auch das wäre Handel.

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