michael bürkle

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Michael Bürkle

Kriegsverbrechen? Klar.

Kriegsverbrechen – aber auf welcher Ebene?

Der ORF und der Spiegel melden gleichermaßen, dass die USA bei den ersten Bombardierungen mutmaßlicher „Drogenboote“ ein als zivile Maschine getarntes Flugzeug verwendet haben – etwas, das von Fachleuten als Kriegsverbrechen gewertet wird.

Ja, und? Der gesamte Krieg gegen Venezuela findet ohne Kriegserklärung statt. Die USA führen sich auf wie Seeräuber, Piraten: sie morden und plündern (und entführen). Über 100 Menschen haben bei diesen Kampfhandlungen vor Venezuelas Küste das Leben verloren – ohne jede Anzeige, ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren. Auch bei der Entführung von Maduro und seiner Ehefrau, einem wahren Kidnapping, sind offenbar Dutzende Soldaten aus Maduros Wachmannschaft ums Leben gekommen.

Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass da u.a. auch ein als zivil getarntes Flugzeug dabei war und dass das ein Kriegsverbrechen wäre – aber dieser ganze „Krieg“ ist ein Verbrechen. Dieses Flugzeug ist da nur ein kleiner Nebeneffekt.

Wie nennt man Leute, die gewohnheitsmäßig Verbrechen begehen? „Verbrecher“? Ja, ich glaube, so heißt das.

Man muss sich überlegen …

Kann man mit Leuten, die auf solche Weise Krieg führen, noch eine Art gemeinsamer Politik betreiben? Macht man sich nicht an Verbrechen und Kriegsverbrechen mitschuldig, wenn man zusieht, wie die USA unter Trump 2.0 auftreten – und wenn es dann beim Zusehen bleibt? Müssten wir Europäer:innen nicht ehestens die Zusammenarbeit aufkündigen? Denn „mitgefangen ist mitgehangen“. Wir sind doch nicht so und wollen auch nicht so sein.

Ach, das ist wie bei Gangsterbossen. Auch da will man den Bandenchef nicht verärgern, wenn man etwas bei Verhandlungen erreichen will.

Wir brauchen eine funktionierende europäische Verteidigung, eine „European Defence Organisation“ oder so. Ohne die USA.

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Artikel dazu:

Die NATO – wie weiter?
vom 10.1.

NATO-Entfremdung
vom 8.1.


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