Ich bin gespannt …
Der Nationalrat beschließt am Mittwoch unter anderem die Sommerschule für Jugendliche mit Deutschdefiziten
„Jugendliche mit Deutschdefiziten“: das sind doch in aller Regel migrantische Menschen. Ich weiß aber, dass viele Menschen, die in Österreich eingewandert sind und womöglich schon lange da sind, sogar schon Staatsbürger:innen geworden sind, in den Sommerferien die Verbindungen zum Herkunftsland, zum ehemaligen Heimatland pflegen wollen – oder fast schon müssen. Die verbringen z.T. lange Urlaube dort. Das dient dazu Beziehungen zu Verwandten und Freund:innen aufzufrischen – und da haben viele keine wirkliche Wahl. Die können da nicht in eine österreichische Sommerschule. Natürlich ist das für das Deutschlernen schlecht; dafür wird die ursprüngliche Sprache „aufgefrischt“: Türkisch, Arabisch …
Jetzt ist die Beherrschung der eigenen Muttersprache eine wichtige Voraussetzung für das Lernen einer Fremdsprache. Das spricht an sich für die Auffrischung von Türkisch, Arabisch …
Ich fürchte, …
Ich fürche, dass eine verpflichtende Sommerschule schlecht angenommen wird und in ihrem Endeffekt die Gräben zwischen migrantischer und „indigener“ Bevölkerung eher vertiefen wird. Ich denke, man muss da noch einiges in Motivation investieren. Und es geht auch um eine geeignete Terminsetzung. Unter Umständen braucht man Kurse am Anfang und am Ende der Ferien. Das Gesetz allein reicht nicht.

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