Ich kann es nicht anders sehen
Wer einem anderen Volk in einem harten Winter durch systematische Bombardierungen Energie auf Dauer entzieht, begeht meines Erachtens einen Völkermord, einen Ethnozid. Das geschieht derzeit in der Ukraine durch die russische Kriegsführung. Ich kann es nicht anders sehen.
Der historische Hohn an diesen Verhältnissen ist die nahe Verwandtschaft der beiden Völker: Russ:innen und Ukrainer:innen. Sie sind durch eine jahrhundertelange Geschichte an sich eng miteinander verbunden, Kiew war eine wichtige Stadt im Groß-Russland des Mittelalters, sie sprechen zwei sehr ähnliche Sprachen – und das Element des Völkermords wiederholt sich hier. Der Holodomor, die ukrainische Hungersnot in den 1930er-Jahren unter „Leitung“ Stalins, war offenbar die erste Phase; die Winterbombardierungen unter Putin sind die zweite.

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