Inflation!
In Österreich wie auf der ganzen Welt steigen die Preise, denn ein Produkt, von dem die Weltwirtschaft immer noch viel zu sehr abhängig ist, wird in der Straße von Hormus blockiert: Erdöl. Und Erdgas. Fossile Treibstoffe.
Preise sind von Vielem abhängig: von den Entstehungskosten – dazu gehören auch die Transportkosten, vom Angebot (je höher, desto billiger) und von der Nachfrage (je höher, desto teurer) – und von „Psychologie“. („Psychologie“ kann Menschen dazu bringen, etwas zu kaufen, weil es teuer ist.)
Man könnte Preise gesetzlich regeln: das ist unvernünftig. Es führt dazu, dass Produkte scheinbar billig, aber nicht mehr vorhanden sind. Der „Reale Sozialismus“ nach 1945 hat das oft genug ausprobiert.
Preise sind Indikatoren, Symptome für eine Lage eines Wirtschaftssystems. So wie rote Punkte ein Symptom für Masern sind. Rote Punkte zu verbieten bringt die Masern aber nicht weg. Symptome sind nicht Ursachen. Ursachen kann man und muss man eventuell beeinflussen.
fossile Brennstoffe
Fossile Brennstoffe sind in unserer Wirtschaft immer noch an sehr vielen Produktionen beteiligt, also wirken ihre Preise und Preissteigerungen überall mit.
Bei den fossilen Treibstoffen gibt es einiges, das man beeinflussen kann. Die Preise für fossile Brennstoffe könnte man leicht endgültig regeln: mit einer Wirtschaft, die auf nachhaltige Energie setzt statt auf die Verbrennung von Kohlenstoff. Dann könnten einem die Erdölpreise praktisch egal sein: keine Nachfrage! Aber da müsste man langfristig vorausplanen. Das tun unsere Volkswirtschaften aber zu wenig. Wir lassen das „den Kapitalismus“ selbst erledigen – in der irrigen Meinung, dass er das auch tut. Der Kapitalismus denkt aber vor allem kurzfristig.
Der Iran blockiert z.B. nun die Straße von Hormus, damit das Öl teurer wird. Die Ölkonzerne binden ihre Verarbeitungskosten aber an die Rohölpreise. Steigt der Rohölpreis, steigt also auch der Preis der Verarbeitung. Dass die Verarbeitung von teurerem Öl aber teurer ist als die Verarbeitung von billigem, ist nicht denknotwendig. Da kann der Staat regelnd eingreifen; das versucht er nun auch.
Durch die Blockierung der Straße von Hormus gibt es weniger Erdöl zur Verarbeitung. Also sinkt das Angebot, also steigen die Preise. Allerdings nicht sofort: es ist ja zunächst genug billigeres Öl eingelagert. Aber allein die Drohung, dass der Ölpreis steigen wird, bewirkt, dass er steigt – lange bevor das wirtschaftlich nötig wäre. Die Konzerne machen „mit der Psychologie“ das zusätzlich mögliche Geschäft; die Kund:innen werden so darauf vorbereitet, das auch zu bezahlen. Dieses zusätzlich mögliche Geschäft kann man ermitteln und besteuern. Das sollte man auch tun.
Was macht Österreich?
Österreich reguliert die Intervalle der Erhöhung von Spritpreise. Benzin- und Dieselpreise darf man nur mehr montags, mittwochs und freitags erhöhen.
Das wird nicht viel nützen. Man wird in die Preiserhöhung vom Mittwoch die vom Donnerstag schon einrechnen. Es geht nicht darum, wie oft man den Preis erhöht, sondern um wie viel.

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