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Michael Bürkle

Die Motive von Trump 2.0

… wie sie ein amerikanisch-deutscher Wirtschaftswissenschaftler sieht

Das deutsche online-Magazin t-online.de hat wieder einmal den deutsch-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Rüdiger Bachmann interviewt, diesmal zu den Beweggründen und Motiven des US-Präsidenten.

Herr Bachmann „lehrt an der University of Michigan in Ann Arbor. Zuvor war er unter anderem an der amerikanischen University of Notre Dame, an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und an der RWTH Aachen tätig.“

Bachmann kommt auf eine ähnliche Motivlage wie ich; allerdings zählt sein Befund mehr: er ist den Ereignissen sachlich und örtlich näher als ich. Das Hauptmotiv, das Bachmann sieht, ist persönliche Bereicherung. Ja, das habe ich auch schon so gesehen.

Ausschnitte gefällig?

[Bachmann]
Trump denkt und handelt nicht klassisch, wie ein Politiker vom Typ Friedrich Merz. Ob seine Partei bei den kommenden Zwischenwahlen in diesem Jahr das Repräsentantenhaus oder den Senat hält – das ist Trump, glaube ich, ziemlich egal. Andere Dinge sind für ihn wichtiger.

[t-online]
Aber kann Trump die wirtschaftliche Lage trotzdem so egal sein?

[Bachmann]
Davon bin ich überzeugt. Es geht Trump nicht um das amerikanische Volk, sondern um sich. Er ist ein New Yorker Immobilienmensch und letztlich ein Kleptokrat. Und er ist ein Entertainer. Beides läuft zurzeit ziemlich gut für ihn. Er macht unglaubliche Geschäfte. Vielleicht ist er darin nicht mehr persönlich involviert, aber seine Familie und sein Umfeld. Und durch sein Entertainment, das ich „Powertainment“ nenne, ist er ständig Gesprächsthema auf der ganzen Welt. Das alles hat eine Zielfunktion: sich, seine Familie und sein Umfeld zu bereichern.
[…]
Immer mehr Ressourcen fließen in Korruption und politische Gefälligkeiten. Unternehmen investieren nicht mehr in Innovation, sondern überlegen, wie sie den Cäsarenhof in Washington – also das Weiße Haus – freundlich stimmen. Genau solche Entwicklungen hat man historisch oft gesehen, wenn große Nationen langsam wirtschaftlich stagnieren.

[t-online]
Sie sagen, Trump könnte vieles egal sein. Gleichzeitig lässt sich aber doch beobachten, dass er auf die Märkte reagiert – etwa beim Zollkonflikt mit der EU oder bei der Grönland-Debatte und immer wieder auch beim Iran-Krieg. Wie erklären Sie das?

[Bachmann]
Nun, wenn man vorher weiß, dass es in einer halben Stunde eine massive Aktienbewegung nach oben geben wird – und man ist einer von vielleicht zehn Menschen auf der Welt, die das wissen –, dann ist das natürlich sehr nützlich. Ich spreche von diesen ungeklärten, aber höchst auffälligen Börsenkäufen und -verkäufen, wie jetzt kurz vor Trumps Ankündigung, dass Friedensverhandlungen mit dem Iran stattfinden würden.

[t-online]
Sie spielen auf Insiderhandel an?

[Bachmann]
Ich kann das juristisch nicht bewerten und möchte keine falschen Verdächtigungen aussprechen. Was man aber sagen kann: Wir haben bei nahezu jedem Rückzieher Trumps ähnliche Marktbewegungen gesehen. Und man kann festhalten, dass das in den USA von niemandem untersucht wird.

Wow! Klare Worte.

(Also auf Insider-Handel wäre ich auch schon relativ früh gekommen: am 14.5.25 habe ich „Insider-Gangster als Präsident“ geschrieben. Offenbar bin ich nicht so falsch gelegen.)


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