Ein Einserkastl
Hans Rauscher hat als RAU wieder einmal ein Einserkastl im Standard verfasst. Und das stellt wieder einmal die richtigen Fragen. Ein kurzer und wichtiger Text; ich erlaube mir hier ausnahmsweise ein Ganzzitat:
Wie Ungarn?
Da machst du Jahre und Jahre alles, was im Handbuch des rechtsextremen Populisten so drinsteht: unabhängige Medien ausschalten; die unabhängige Justiz kastrieren; Meinungs- und Pressefreiheit unterminieren; das Wahlrecht auf dich zuschneiden; Künstler und Intellektuelle schikanieren und außer Landes treiben; gegen Zuwanderer hetzen; deinen Nachbarn Flüchtlinge weiterschicken; die Wirtschaft durch deine Orbán-Bácsis unterwandern; gegen die Werte und gegen die Politik der EU krass verstoßen; antisemitische Kampagnen starten; den Einflussagenten für Wladimir Putin abgeben; Donald Trump und den nationalistischen Rechtspopulisten Europas als Vorbild dienen – und so weiter.
Du machst das alles und hältst dich 16 Jahre an der Macht.
Dann ist das alles auf einmal weg. Weggefegt mit einer krachenden Wahlniederlage. Und warum? Weil du es wie alle anderen autoritären Rechtspopulisten gemacht und das Land ruiniert, die Wirtschaft in den Graben gefahren und das Leben der Bürger verschlechtert hast. Du hast die fast totale Macht bekommen und sie total vertan.
Die Ungarn haben genug. Wie steht es mit uns? Müssen wir auch erst extrem rechts wählen? Leute wählen, die das bei uns genauso wie Orbán machen wollen? Und dann 16 Jahre erdulden, bis sich gezeigt hat, dass das in die demokratische und wirtschaftliche Superpleite führt? Oder werden wir schon vorher gescheiter?
Die Fragen sind damit gestellt. Danke.
Die Antworten müssen wir selbst finden. Ich wünsche uns viel Erfolg bei der Suche.
[Im epaper des Standard kann man sich den Text übrigens vorlesen lassen.]
