Eine Politik des letzten Jahrhunderts
Österreich baut seit Jahrzehnten an seinem Straßensystem, besonders im Bereich der Autobahnen. Und die jetzige Regierung mit Minister Peter Hanke (SPÖ) tut sich da wieder besonders hervor. Hanke, Verkehrsminister bzw. „Minister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur“, ist die treibende Kraft bei der „S1“ (incl. „Lobautunnel“), der sog. „Lobauautobahn“, die ein äußerst kritisches und kritisiertes Projekt mit großen Widerständen ist; nun kommt u.a. noch der 3-spurige Ausbau der A9, der Pyhrnautobahn, zwischen Graz und Wildon.
Die Logik ist klar: Wir haben mehr Verkehr, also brauchen wir „mehr“, also z.B. breitere Straßen. Das Problem dabei: mehr und breitere Straßen machen noch mehr Verkehr; Straßen ziehen Verkehr an. Wir begeben uns damit in eine „positive Rückkopplung“, die von selbst ein „immer mehr“ erzeugt.
Einwände
Den Ausbau der Pyhrnautobahn hält der Klimaökonom Karl Steininger deshalb für falsch:
Wenn wir weiter auf einen Ausbau der Straßenmobilität setzen, können wir die Stauproblematik, die uns dann an der Einfahrt nach Graz einholt, nicht in den Griff bekommen.
Steininger schlägt die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und die Verbesserung des Personenverkehrs durch die neue Koralmbahn vor …
… sodass wir insgesamt unser Verkehrssystem umbauen und nicht in Zukunft eine dritte, vierte oder fünfte Spur brauchen
Das wäre die Logik des 21. Jahrhunderts. Sie ist noch nicht überall angekommen. Die Logik des 20. Jahrhunderts sagt: ja dann müssen wir halt gegen den Stau in Graz noch mehr Straßen bauen.
Damit ich nicht missverstanden werde …
Ich weiß schon, dass es auch im 21. Jahrhundert noch gute Gründe für einen Straßenbau geben kann. Aber das Denken „mehr Autos, deshalb mehr Straßen“: das ist out. Das ist 20. Jahrhundert.
