Der Minister erwartet einen Treibstoffengpass
… meldet der ORF heute. Und zwar erwartet der Wirtschafts- und Energieminister „einen Lieferengpass bei Treibstoffen im Mai“. Ja, das nehme ich auch an.
Hattmannsdorfer (ÖVP) weiter: „Die Verwerfungen in den letzten Wochen werden zeitverzögert auch in Europa ankommen“. Ja, eh. Das nehme ich auch an.
Das habe eine „Auswirkung auf den Preis“, so Hattmannsdorfer. Ja, klar. Das meine ich auch.
Bundeskanzler Stocker (auch ÖVP) erwartet auch Auswirkungen auf die Preise von Flugtickets. Ja, die erwarte ich ebenfalls.
Wir sind da scheinbar ganz gleicher Meinung.
Aber …
Unter dem Titel „Bewusstseinsbildung“ versichert Hattmannsdorfer treuherzig: „Wir sind vorbereitet für den Ernstfall“. Da nun bin ich mir gar nicht so sicher. Ich denk da an Gesundbeterei.
Eine Regierung, die auf die permanent wiederkehrenden Krisen rund um fossile Treibstoffe „vorbereitet“ wäre, würde viel mehr für die Entwicklung nachhaltiger Energie tun – bzw. hätte viel mehr für nachhaltige Treibstoffe getan – und müsste jetzt nicht so viele Beruhigungspillen vertreiben.
Wir müssten schon längst auf Photovoltaik und Windenergie umsteigen; viel zu große Bereiche unserer Wirtschaft arbeiten noch immer mit Öl und Gas (und Kohle).
Aber man kann „predigen“ …
oder argumentieren: es nützt nicht viel.
Krieg und Klimawandel
In Zeiten des sog. „Friedens“ hätte man allein schon wegen des Klimawandels für eine Transformation von fossilen zu nachhaltigen Brennstoffen sorgen müssen. Man wäre dann auch auf den folgenden Krieg – bzw. die folgenden Kriege – besser vorbereitet gewesen. Es werden in einer globalisierten Welt die Krisen nicht mehr durch Eroberungen „bewältigt“ werden können; es werden in einer Zeit des Klimawandels Krisen immer schneller und heftiger entstehen – und zwar global. „Krieg“ und „Klimawandel“ sind keine getrennten Phänomene: beiden bedingen und erzeugen einander und sind Merkmale ein und derselben Ursache: des globalen Kapitalismus.
