michael bürkle

texte … zu bildung, politik und ähnlichem und die einladung zur diskussion …

Michael Bürkle

Medienförderung …

… die den Namen verdient

Medienminister Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) hat vor, in Österreich eine Medienförderung zu installieren, die den Namen auch verdient. Das ist auch im Regierungsprogramm vorgesehen. Gefördert werden sollen Medien „nach Qualität, Unabhängigkeit und Vielfalt“. Das finde ich richtig; derzeit zählt hauptsächlich die Auflage.

Babler ist – glaube ich – recht geschickt vorgegangen. Er hat den „think tank“ „Medienhaus Wien“ mit einer Studie über die Situation beauftragt. Diese Studie soll in den Koalitionsgesprächen zur Grundlage werden.

Das Medienhaus Wien ist parteipolitisch nicht gebunden und versteht die Materie. Ich kenne die einzelnen Expert:innen des Medienh­auses nicht – der einzige, den ich „kenne“ und sehr geschätzt habe, ist der vor Kurzem ver­storbene Rechtsanwalt Alfred J. Noll, aber so viele think tanks, die für so eine Aufgabe in Frage kommen, wird es auch in Wien nicht geben. Ob für den Auftrag eine Ausschreibung erfolgt ist, habe ich noch nicht heraus­gefunden.

Was ich mir von der neuen Medien­förderung wünsche: eine Orientierung an der Qualität der journalistischen Erzeugnisse und an den Kriterien des Presserats. Wichtig bei der Qualität der Produkte ist mir vor allem die nachvoll­ziehbare Trennung in sachlich korrekten Tatsachen­bericht und Meinung. Die ist in österreichischen Medien­produkten sehr oft nicht wirklich nachvollziehbar.

Der Presserat

Der Presserat wiederum ist ein Verein zur Selbst­kontrolle der österreichischen Presse; er pflegt einen journalistischen Ehren­kodex, bearbeitet Beschwerden und entscheidet über diese. Diese „Urteile“ sind auf der web site des Pressrats nachlesbar. Ich denke, die Anzahl der eingelangten Beschwerden und der ergangenen negativen Ent­scheidungen, die ein Medium  betreffen, ist bereits ein Qualitätsmaßstab – aber sicher nicht der einzige.

Es gibt allerdings große Medien, die dem Presserat nicht angehören: z.B. die „Krone“ (genauer: die „Neue Kronen Zeitung“). Auch das rechts­populistische „Krawallmedium“ exxpress ist mit sicherlich guten Gründen nicht im Presserat. Das sei ihnen unbenommen, sollte aber m.E. zum Verlust einer Medien­förderung führen. (Wer sich nicht einmal einer freiwilligen Selbstkontrolle stellt, kann als Medium nicht förderbar sein.) Hier ist eine Liste der Medien, die am Presserat mitarbeiten (Stand 18.4.26).


Beitrag veröffentlicht

in

,
Subscribe
Benachrichtige mich bei
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare
ältesten
neuesten am meisten bewertet
0
Would love your thoughts, please comment.x