Eine Salzburger Volksschuldirektorin wollte das
Segregation nantte man in den USA die Rassentrennung, die bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts weithin galt und ihre Nachwirkungen bis heute spüren lässt. Es ist an sich Rassentrennung; das ist letztlich immer eine Form von Rassismus.
Eine Salzburger Volksschuldirektorin wollte für ihre 3 ersten Klassen im nächsten Herbst etwas Ähnliches: die Trennung der Kinder nach Religion. Das hätte dann vermutlich eine „katholische“ erste Klasse und zwei „muslimische“ gegeben, oder eine katholische, eine islamische und eine gemischte. Laut der Direktorin hätten 17 von den 21 Kindern in der muslimischen Klasse die österreichische Staatsbürgerschaft und also (???) genügend Deutschkenntnisse; es sei also kein Leistungsunterschied geplant gewesen.
Sinn der Direktorin war, in „homogenen“ Klassen so viele Religionsanmeldungen zu generieren, dass eine zweite Religionsstunde angeboten werden kann – die sei für den Erstkommunionsunterricht sehr wichtig.
[Es hätte sich streng genommen auch nicht um „Rassentrennung“ gehandelt. „Rasse“ hätte dabei praktisch keine Rolle gespielt. Es wäre aber zu Rassismus-ähnliche Zuständen gekommen. Rassismus funktioniert auch ohne „Rassen“ im engeren Sinn.]
abgesagt!
Die Schulverwaltung ist eingeschritten und hat diese Pläne abgesagt. Das ist gut so; insofern ist das aktuelle Problem behoben. Bildungsdirektor Rudolf Mair war weise und weitsichtig genug.
Aber wie man heute noch auf die Idee kommen kann, 6-jährige Kinder nach ihrem Religionsbekenntnis in Klassen zu trennen, macht mir Angst. Das müssten wir doch längst überwunden haben. Wir brauchen Inklusion, nicht Segregation. Es zeugt auch von sehr schlechten technischen Stundenplanungs-Fähigkeiten. Man kann auch klassenübergreifende Religionsanmeldungen in einen für alle produktiven Stundenplan bringen; so schwer ist das nicht. Ich war 10 Jahre Administrator und Direktor einer semestrierten und modularisierten Schule mit weit diffizileren Stundenplanproblemen; ich weiß das.
