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Michael Bürkle

Falsches Sparen

„WWF ortet Unterfinanzierung des Naturschutzes“

Österreich muss sparen; klar. Die Wirtschaftsdaten sind nicht optimal. Die Inflation liegt schon wieder über 3%; die Arbeitslosigkeit liegt im Schnitt bei 7,4%, das Wirtschaftswachstum bei ca. 0,9% „real“ und 3,1% „nominell“. Das ist nicht nur in Österreich so; viele Industriestaaten sind ähnlich unterwegs. Wir verdanken das zu einem großen Teil dem US-Präsidenten Trump 2.0, der die Welt in einen sinnlosen Bombenkrieg mit dem Iran hineintheatert hat bzw. sich zu diesem Krieg von Israel hineintheatern ließ.

Was tut man, wenn man „wirtschaftlich klamm“ ist? Man spart, zunächst beim Luxus. Was freilich Luxus ist, unterliegt einer Bewertung.

Österreich entscheidet sich derzeit dafür, den Naturschutz als Luxus zu betrachten und dort zu sparen. Der WWF ist eine der Organisationen, die das festgestellt und kritisiert hat:

Trotz eines jährlichen Bedarfs von rund 1,34 Milliarden Euro würden derzeit nur etwa 397 Millionen in den Schutz der Biodiversität investiert, so eine heute veröffentlichte Auswertung von EU-Berichten. Dem stünden bis zu sechs Milliarden Euro jährlich für umweltschädliche Förderungen gegenüber.

Wir sind da jährlich etwa eine Milliarde im Minus. Es gäbe viele sinnvolle Einspar­möglichkeiten.

Das Problem

Das Problem besteht darin, dass Naturschutz nicht Luxus ist, sondern dringend notwendige Investition in die Zukunft. Ich meine da nicht nur die Zukunft des Tourismus: aber die auch. Wenn wir die Natur dieses Landes nicht adäquat schützen, graben wir an der Zukunft der nächsten Generationen – auch beim Klimaschutz übrigens.

Der WWF fordert deshalb „eine Kurskorrektur im Budget, [den] Abbau umwelt­schädlicher Subventionen und eine verbindliche Sicherung von zehn Prozent des EU-Budgets für Bio­diversität“. Am leichtesten müsste der Bundes­regierung da der Abbau umwelt­schädlicher Subventionen fallen: Abbau von Subventionen heißt ja prinzipiell einmal Einsparungen, die im Zeitalter des Sparens sowieso nötig sind.

Die Idee

Vielleicht ist das ja die Idee, die wir unserer Bundes­regierung verklickern könnten: Naturschutz sind nicht primär Kosten, sondern vor allem Investitionen. Sie werden sich in absehbarer Zeit rentieren.


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