Das Chromosom und die Gegenargumente
Im Bezirk Amstetten ist ein Autofahrer auf der Autobahn mit 212 km/h gemessen worden. „Im Zuge von koordinierten Maßnahmen“ ist er in Oberösterreich dann aufgehalten worden; der Führerschein ist weg, das Auto beschlagnahmt.
Im Bezirk Neunkirchen wurden mehrere „Lenker von Motorfahrrädern und E-Tretrollern“ angezeigt. „Bei zwei E-Scootern wurde mittels Rolltester Tempo 83 bzw. 51 anstatt der erlaubten 25 km/h gemessen.“ (Die waren offenbar nicht im Verkehr festgestellt, sondern als theoretische Spitzengeschwindigkeit am Testgerät. Im Verkehr sind sie zunächst offenbar als „sehr schnell“ beobachtet worden.)
Es sind meistens Männer bzw. männliche Jugendliche, die so verkehrsauffällig werden. (Auch wir haben uns damals mit 17 unsere Mopeds auffrisiert.) Man fragt sich: haben wir Männer ein Geschwindigkeitschromosom? Das Y zum X im 23. Chromosomen-Paar? Sind wir genetisch zu Höchstgeschwindigkeiten verdammt? Können wir gar nichts dafür?
Es sind vor allem auch männliche Politiker, die sich gegen einen extrem vernünftigen Autobahn-100er wehren. Ensteht da eine Art Kastrationsangst? Der 100er wär urvernünftig: weniger Spritverbrauch, weniger CO2-Emissionen, weniger Unfälle, weniger Lärm, weniger Stau.
Gegenargumente
Es gibt aber Gegenargumente. Etwa „eine Pkw-Lenkerin, die am Freitag auf der Weinviertler Schnellstraße (S3) bei Sierndorf (Bezirk Korneuburg) mit Tempo 169 in einer 100er-Zone gemessen wurde“. Diese Lenkerin hatte im 23. Chromosomenpaar 2 X, kein Y.
Auch zwei deutsche Damen, die mit 66 km/h in Wien auf eScootern gemessen wurden, können kein Y als „Entschuldigung“ vorweisen.
Es ist doch nicht die Genetik
Es ist also offenbar doch nicht die Genetik. Es ist die Erziehung; sie schafft eine „Psychologie des Autofahrers“. Aber weil es eben nicht genetisch ist, sind Frauen ebenfalls – aber halt in deutlich geringerem Ausmaß – zu solchen Blödheiten in der Lage. Es liegt nicht am Y.
