Ein himmlisches Gerät – naja!
Roller, sog- „Tretroller“, sind seit Jahrzehnten geläufig. Sie sind ein bisschen gefährlich: ich hab mir mit 6 da einmal eine Hand gebrochen. Zu schnell in der Kurve.
Tretroller sind einfach zu betätigen: man stellt sich drauf und schubst sich mit einem Bein an. Verkehrsregeln braucht man dazu keine. Ein himmlisch einfaches Gerät.
Ein höllisches Gerät
Heute sind Tretroller out; sie werden durch eScooter ersetzt. Mit denen muss man sich nicht mehr anschubsen, sondern man fährt mit Strom. Man darf 25 km/h schnell fahren: das ist so schnell wie ein ziemlich flotter Radfahrer; viele eScooter sind aber noch viel schneller: auch 70 km/h gibt es fallweise. Trotzdem machen die Dinger den Eindruck, dass man keine Verkehrsregeln kennen muss: es geht / fährt / rast auch ohne. Aus dem himmlischen ist ein höllisches Gefährt geworden, zu dem es mittlerweile einen enormen Regelungsbedarf gäbe. Und Kontrollen, die die Regeln überwachen.
Weil diese noch nicht vorhanden waren (und die Eltern offensichtlich überfordert waren), ist in Niederösterreich ein 12-jähriges Mädchen tödlich verunfallt und ein weiteres schwer verletzt. Natürlich ohne Helm, natürlich zu zweit auf einem Gerät, das schon für einen einzelnen Menschen nicht wirklich sicher ist.
Die beiden waren offenbar auf einer nachrangigen Straße mit einer Stopptafel unterwegs und sind auf eine Hauptstraße nach links eingebogen und dabei von einem Lieferwagen erfasst worden. Der hat offenbar noch einen Bremsversuch gemacht, der zu spät gekommen ist. Vermutlich haben die beiden Mädchen die Stopptafel übersehen oder ignoriert oder den Scooter zu wenig beherrscht.
Eine Zumutung
Wir muten unseren Kindern Geräte zu, das sie nicht beherrschen können. Unverantwortlich! Wir brauchen solide Kotrollen.
