michael bürkle

texte … zu bildung, politik und ähnlichem und die einladung zur diskussion …

Michael Bürkle

Fairer Handel ist stark

Eine Win-Win-Win-Situation

Ein Artikel auf ORF online zum Weltladentag (8./9.5.) – „Fair gehandelte Produkte trotzen Krise“ – freut mich sehr; er betrifft mich sogar persönlich. Seit Jänner bin ich nämlich als Kassier Vorstandsmitglied im „Verein zur Förderung des Fairen Handels“, dem Trägerverein des ersten und ältesten Weltladen Österreichs. Der ist in Innsbruck in der Universitätsstraße 3 und man kann dort alle möglichen Produkte aus dem Fairen Handel erwerben: Kaffee, Schokolade, Kakao, Quinoa, Kleidung, Spielzeug …

Der Laden wurde 1977 gegründet; nächstes Jahr feiern wir bereits das 50-Jahres-Jubiläum; mit diesem Laden hat die Bewegung für den Fairen Handel in Österreich begonnen. Und sie blüht immer noch.

Wir schaffen eine Win-Win-Win-Situation. Unsere Kund:innen bekommen hervorragende Bio-Produkte aus dem Globalen Süden, unsere Lieferant:innen im Globalen Süden bekommen gesicherte und höhere Preise für ihre Produkte; damit werden auch soziale, pädagogische und entwicklungspolitische Arbeiten finanziert.

Obwohl wir unseren Lieferant:innen höhere Preise bezahlen und unsere Produkte deshalb etwas mehr kosten, sind unsere Preise nicht im gleichen Ausmaß von der Inflation betroffen wie die vieler anderer Produkte. Ich untersuche auch unsere Kaffeeprodukte nach „shrinkflation“ und ich habe bisher keine Spur bei unseren Produkten gefunden.

Ein paar Punkte aus dem ORF-Artikel

  • In Österreich ist 2025 mehr Geld für fair gehandelte Lebensmittel ausgegeben worden als im Jahr davor, der Umsatz mit Fairtrade-Produkten ist um 12,7 Prozent auf 796 Millionen Euro gestiegen.
  • Mit dem Fairtrade-Siegel werden Produkte gekennzeichnet, die unter sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Mindeststandards hergestellt wurden.
  • Schätzungen zufolge flossen 2025 rund 76 Mio. Euro aus dem Verkauf von Fairtrade-Produkten in Österreich direkt an die Produzentenorganisationen in Lateinamerika, Afrika oder Asien zurück
  • Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die unter dem Fairtrade-Siegel produzieren, erhalten garantierte Mindestpreise. Diese greifen, wenn der Weltmarktpreis stark fällt und die Landwirte ihre Produkte unter den Produktionskosten verkaufen müssten. Liegt der Weltmarktpreis allerdings höher als der Fairtrade-Mindestpreis, müssen die Abnehmer den höheren Marktpreis zahlen.
  • Fairtrade-Bäuer:innen bekommen extra Prämien für Investitionen in Bildung oder neue landwirtschaftliche Technologien.
  • Fairtrade-Bäuer:innen können durch ihre Verkäufe mehr finanzielle Mittel einnehmen als herkömmliche Bauern. Dadurch können sie in Pflanzensorten, die sich besser an den Klimawandel anpassen, sowie in fortschrittliche Agrartechnologie investieren und so ihre Farmen klimaresilienter machen.

Fairtrade-Produkte gibt es nicht mehr nur in den sog. „Weltläden“. Diese erfüllen besondere Kriterien des Fairen Handels. Mittlerweile gibt es fair gehandelte Produkte allerdings in vielen Geschäften: die Weltläden wie der in der Universitätssraße sind halt die Fachgeschäfte für den Fairen Handel.

Wir stehen nicht allein: hinter uns steht Fairtrade Österreich.


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