Dummer alter Mann. Oder Kommunikationsstratege?
Der US-Präsident hat vor Kurzem auf eine Journalistenfrage, ob ihn die Inflation nicht beunruhige, gemeint: „Die Zahlen waren großartig. Ich liebe die Inflation“.
Jetzt kann man den alten Mann für alles Mögliche halten: verwirrt, dumm, „daneben“, Narr, Idiot, Trottel, Depp … Aber Jan Gänger, ein deutscher Journalist, hat in „Trump entdeckt seine Liebe zur Inflation“ auf ntv einen stockkonservativen US-Journalisten zitiert, der in der „Liebe zur Inflation“ eine Strategie vermutet:
Dem früheren Fox-News-Star Bill O’Reilly zufolge sind die irritierenden Aussagen Trumps eine Kommunikationsstrategie. Man müsse sich nur bemühen, ihn zu verstehen.
O’Reilly interpretiert:
„Er mag die Inflation, weil er der Ansicht ist, dass die hohen Inflationsraten nach seinem Sieg [im Iran-Krieg] schneller sinken werden, als es ohne diese Inflation der Fall wäre.“
Aber auch Jan Gänger glaubt nicht an diese „Strategie“.
Strategie?
Mit dieser „Strategie“ könnte man (fast) jedes Unheil schönreden. Eine Krankheit ist dann super, weil man danach wieder gesund ist. Eine hohe Arbeitslosigkeit ist auch super, weil man danach einen Arbeitsplatz umso mehr schätzt. Ein Krieg ist super, weil der Friede danach umso schöner ist.
Wer so denkt, versteht die Menschen und die Politik nicht. Also ich glaube nicht an so eine „Kommunikationsstrategie“. Ich bemerke einen dummen alten Mann.
Außerdem: ein Politiker, bei dem man sich „bemühen“ muss um ihn zu bloß verstehen, kratzt bedenklich an seinem Ruf, seinem „standing“. Das zeigen auch Umfragedaten im ntv-Artikel.
