Was man tun kann
Ein Trend im Modebusiness ist „fast fashion“, sogenannte „schnelle Mode“. Da werden Kleidungsstücke sehr schnell produziert und vermarktet – und geraten genau so schnell in den Müll. Dessen Entsorgung findet dann meist wieder im „globalen Süden“ statt und verursacht dort massive ökologische Probleme.
Das glatte Gegenmodell ist „fair fashion“: sozial- und umweltverträgliche Kleidung. Die kann man kaufen. In mittlerweile einigen Fair-Trade-Geschäften – wie z.B. im Weltladen Innsbruck, wo ich ehrenamtlich Kassier bin – bekommt man sie. Man achte auf entsprechende Siegel, z.B. das FairTrade-Siegel:
Wichtig ist auch noch das GOTS-Siegel, für „Global Organic Textile Standard“:
Im Zweifel bitte im Geschäft nachfragen – es gibt einige Siegel, die Ähnliches garantieren. Die Clean Clothes Kampagne hat kein eigenes Siegel.
Ich denke, man muss sich individuell entscheiden und kann aber von der Politik Hilfestellungen verlangen. (Ähnlich wie beim Klimawandel: man kann auch dort selbst aktiv werden und muss trotzdem von der Politik Maßnahmen fordern.) Der „Südwind“, eine umwelt- und entwicklungspolitische NGO hat dazu eine Unterschriftenaktion gestartet. Ich habe heute davon gehört und trage das gerne weiter; ich habe gerade unterzeichnet.
Texte dazu
Abstract auf der Südwind-Seite:
Die Modeindustrie betreibt Ausbeutung nach Design. Sie ist einer der größten Verursacher von sozialer Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung und Klimaschäden. Wir fordern einen Maßnahmenplan für eine gerechte Modeindustrie!
Ja, ich denke, das stimmt so.
Forderungen:
Als Konsument:innen und Bürger:innen gehen uns die Misstände in der Modeindustrie alle etwas an. Daher fordern wir von der Bundesregierung – insgesondere von Sozialministerin Korinna Schumann und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer – einen konkreten Maßnahmenplan für eine gerechte Modeindustrie. Dieser muss folgende sechs Punkte umfassen:
- Ein Just Fashion-Fonds – ein Anreizsystem für gerechte Mode
- Verbraucher:innen stärken, Manipulation verhindern
- Konzern- und Plattformverantwortung einfordern
- Zwangsarbeit beenden!
- Müllverschiffung stoppen!
- Einrichtung einer Just Fashion Taskforce
(Erklärung: „just fashion“ wäre „gerechte Mode“, also „noch nicht ganz fair“.)
Unter Unsere Forderungen im Detail werden die Forderungen noch erläutert und in Beziehungen gesetzt.
Überlegung
Ob die österreichischen Minister:innen Schumann und Hattmannsdorfer ideale Adressat:innen sind, weiß ich nicht. Vielleicht müsste man an eine breitere, europaweite Kampagne denken.
Was am 1.7. schon passiert ist: ein Verminderung der Mehrwertsteuer auf wichtige Lebensmittel und dafür eine Paketabgabe von großen Online-Händlern. Die betrifft sicher auch sehr oft „fast fashion“.


