In Deutschland wird das gefordert
Deutschland hat als Ziel definiert, dass es bereits 2045 die Klimaneutralität erreichen soll, nicht erst 2050, wie die EU das als Ziel genannt hat. Nun fordert eine Koalition „aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik“ „eine Verschiebung des deutschen Zieljahrs für Klimaneutralität um fünf Jahre“, also auf 2050.
Begründung: das würde die deutsche Wirtschaft „entlasten“. Ja, da sind sich plötzlich Wirtschaftsmanager, Gewerkschaftler und Politiker (und :innen) einig. Eine mächtige Koalition.
Mit etwa der gleichen Begründung haben die deutschen Autokonzerne den absehbar nötigen Umstieg auf Elektromobilität verschlafen. Ja, wenn sie 5 Jahre länger Zeit bekommen, schaffen sie es vielleicht. Wer bisher geschlafen hat, bekommt nun Zeit zum Aufwachen. Belohnung für die Faulen, die Denkfaulen.
Natürlich würde eine Verschiebung des Zeitplans um 5 Jahre wirtschaftspolitisch einiges vereinfachen. Wenn -, ja wenn wir in der Zwischenzeit nicht einige Kipp-Punkte überschreiten, die die Biosphäre kippen lassen – und damit riesige, nicht wiedergutzumachende Schäden anrichten. Dann hätten wir von den „5 zusätzlichen Jahren“ gar nichts – außer Schäden über Schäden, Milliarden von Kosten und Probleme über Probleme, wirtschaftlicher, sozialer und gesundheitlicher Natur. Vorwarnungen gibt es noch und nöcher.
5 zusätzliche Jahre? Das ist ein va-banque-Spiel auf Kosten der Biosphäre, der Menschheit. Den Kipp-Punkten ist der Kalender egal.
Auch in anderen Ländern
Auch andere Länder, in denen die Regierungen noch wenig Erfolg in der Klimapolitik vorweisen können, kokettieren mit zusätzlichen Jahren und Klimazielverschiebungen. Aber es ist überall verdammt kurzsichtig und hoch riskant. Wir sollten halt schon lange bereits weiter sein.
