Fußballstars verlieren das Maß der Dinge
Die Fußball-WM hat noch ein paar Nachwehen; das musste ja kommen. Das meiste ist ziemlich unbedeutend und wird von den geeigneten Medien hochgepusht, aber eines hat mich doch ziemlich betroffen: die deutsche Welt berichtet:
„Der Schmerz ist unermesslich“ – Jetzt meldet sich Messi nach seinem Tränen-Abgang zu Wort
… wie das z.B. in der scheinbar „seriösen“ Welt zu lesen war.
Ja, dass man ein paar Tränchen vergießen kann, wenn man „nur Vizeweltmeister“ wird, verstehe ich schon. Aber dass der „Schmerz“ über den Vize-Titel „unermesslich“ sei, ist in einer Art und Weise aufgeblasen, wie man das eigentlich nicht mehr durchgehen lassen kann. Es können noch sehr viel schmerzhaftere Ereignisse passieren: Tod naher Angehöriger z.B.
Ob das der Fußballspieler selbst so gesagt hat oder ob ihm das Journis unterschoben haben, ist mir da egal. Es zeigt eine maßlose, un-erwachsene Selbstüberschätzung – der Spieler und/oder der Medien. Es gibt sehr viel Wichtigeres.
(Es geht auch nicht an, dass erwachsene Männer nach einer 0:1-Niederlage auf Spieler des Gegners losgehen. Wirklich „erwachsen“ sind die offenbar nicht.)
