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Michael Bürkle

Ein Klimapolitik-Vegleichsinstrument

Der CCPI macht politische Leistungen vergleichbar

Der CCPI ist der „Climate Change Performance Index“, also eine Zahl, die die Qualität einer Klimapolitik misst. Er hat als „Klimaschutz-Index“ einen deutschen Ursprung und wird unter diesem Begriff auch von der Wikipedia erklärt.

Die Indexzahl setzt sich aus 4 Komponenten zusammen:

Die Klimaschutzleistungen werden insgesamt anhand von 14 Indikatoren in den folgenden vier Kategorien gemessen:

1. Treibhausgasemissionen (Gewichtung 40 %)
2. Erneuerbare Energie (Gewichtung 20%)
3. Energieverbrauch (Gewichtung 20 %)
4, Klimapolitik (Gewichtung 20 %)

Und wenn man Zahlen hat, kann man natürlich auch „reihen“, neudeutsch „ranken“.

Die Weltkarte der Klimapolitik

Auf der Seite des CCPI findet man schnell eine Weltkarte; hier ist die von heute:

Die Bedeutung der Farben dürfte rel. klar sein, wird aber in der Rating-Skala links oben auch noch erklärt: es ist die Ampel-Logik: grün ist gut, gelb ist mittel, rot ist schlecht. Je dunkler das Rot, desto düsterer … ist die Klimapolitik im betreffenden Land; je dunkler das Grün, desto besser, aber dunkelgrün gibt es auf der Karte gar nicht.

Viele Länder sind noch gar nicht bewertet, z.B. in Afrika. (Aber Marokko ist „grün“ / high.) Auch die Ukraine ist aus der Bewertung herausgenommen. Es dürfte uns nicht wundern, dass die USA und Russland beide dunkelrot sind;  wundern tut es mich ein bisschen bei Kanada. Chile ist in der Klimawandel-performance „high“ (grün), Brasilien ist „medium“ (gelb), Kolumbien ist „low“ (orange) – wie Österreich, Argentinien ist „very low“ (dunkelrot), wie die USA.  So ist das z.B. in Lateinamerika verschieden. Aber viele sind da noch gar nicht bewertet.

Das Ranking

Das Ranking ist unvollständig: die ersten 3 Plätze – sozusagen Gold, Silber und Bronze – sind nicht vergeben. Kein Land hat eine Klimapoltik, deren performance auf „very high“ eingestuft worden wäre. Insofern „gewinnt“ Dänemark auf Platz 4 mit seiner „guten“ Klimapolitik, weil es eine „sehr gute“ nirgends gibt.

Europa?

Wie sieht es in Europa aus? Durchaus gemischt: Dänemark (4), das UK (5), Norwegen (11),  Portugal (12), Schweden (13) und Spanien (14) in Grün „performen hoch“ – in Klammern die Plätze auf der Rangliste. Die EU insgesamt liegt auf Platz 20. Deutschland „performt“ gelb oder „medium“, also sozusagen „mittelmäßig“ und liegt auf Platz 22; die Schweiz ist auch gelb auf Platz 26. Nur Österreich ist in Mitteleuropa ein „low performer“ – auf Platz 35, gleichauf wie Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn.

Was ich seit Monaten hier im Blog heftig kritisiere: hier bekommt das Unheil nicht nur den Namen des Ministers, sondern auch eine Farbe und einen Rangplatz. Unsere Klimapolitik ist nicht einmal mehr „medium“, „mittelmäßig“, sondern „low“. Und das kommt hin. Für ein modernes mitteleuropäisches Land ist das erbärmlich.

Wir liegen in der globalen Statistik ein gehöriges Stück hinter Griechenland (30), wir liegen ziemlich gleich auf mit Kolumbien (36)!!!

Meine Wut

Ich habe da auch ein Bild für meine Wut auf unsere Klimapolitik und unseren Klimaminister gefunden. Man kann sich hier sogar ein bisschen Klimapolitik-Geschichte anzeigen lassen: so sieht das für Österreich aus:

Tja: wir waren zuletzt auf einem guten Weg in Richtung „top 20“ – und jetzt geht es steil bergab: „minus 12“ innerhalb eines Jahres von 2025 auf 2026. Das fasst meine Wut über die österreichische Klimapolitik in ein Bild. Es ist kläglich, es ist erbärmlich.

Ich bin 69 und werde die Folgen dieser Klimapolitik vielleicht noch 10 Jahre oder so erleben – das ist anstrengend genug. Aber alle späteren Generationen gehen dramatischen Zeiten entgegen.

Zahlengläubigkeit?

Ich bin Mathematiker und weiß, dass Zahlen trügen können – und ich weiß auch, wie man mit Zahlen „bescheißen“ kann. Ich halte die CCPI-Indexzahlen nicht für eine absolute Wahrheit und für ein Dogma, aber für ein sinnvolles Vergleichsinstrument, das man mit Verstand handhaben muss. Man kann damit gut evidenzbasiert diskutieren. Ich glaube, das „low“ für Österreich ist seit Totschnig & Co völlig richtig. Dabei zehren wir bzw. „die“ noch von früher.


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