Aggressivität + Ignoranz = Aggnoranz
Christian Stöcker, Kognitionspsychologe, ehemals Ressortleiter Netzwerk beim Spiegel online, nun Professor für Digitale Kommunikation an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg, hat ein neues Phänomen entdeckt und korrekt benannt: die Paarung aus Aggressivität und bewusster Dummheit bzw. Ignoranz (nicht wissen wollen) nennt er Aggnoranz.
Der Klimawandel macht die Sache deutlich. Man will ihn nicht wahrhaben; man hat ihn immer klein geredet, und jetzt zeigt die Realität überdeutlich, dass er da ist. Das macht Menschen, die ihn immer noch nicht sehen wollen, aggressiv. Sie werden „aggnorant“.
Auf den Punkt gebracht:
An einen Ort zu gehen, an dem alle sehen können, was wirklich der Fall ist, und dort dann einem Reporter gegenüber das Gegenteil zu behaupten – das ist Aggnoranz. Marktführer darin ist Donald Trump, der Präsident der Realitätsverleugnung.
Stöcker formuliert: man begegne …
permanent wütend vorgetragener Realitätsverweigerung
und Stöcker hat auch eine Erklärung:
Psychologisch ist es schnell erklärt: Menschen, die aggressiv bestreiten, dass sich die Erde erhitzt, wollen das buchstäblich nicht wahrhaben.
Und:
Hitze macht aggressiv, und Hitze gleichzeitig wegleugnen zu müssen, damit das eigene Weltbild nicht ins Wanken gerät, macht noch aggressiver.
Es ist ein Teufelskreis. Wie holt man die armen Betroffenen da raus?
Empfehlung
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