Kopftuchverbot: Der Bildungsminister hält Konflikte in Klassen für ausgeschlossen
Träumt Bildungsminister Wiederkehr? Laut OÖN hält er Konflikte in Schulklassen wegen des Kopftuchverbots für „ausgeschlossen“.
Selbstverständlich wird es rund um das „Kopftuchverbot“ Konflikte geben. Diese können sich innerhalb von Mädchenköpfen abspielen, sie können auch zu Diskussionen in der Klasse führen. Sie können sich ohne Beobachtung durch Lehrerinnen und Lehrer auch in den Pausen ergeben. Und selbstverständlich werden sich Konflikte auf ein „Schulklima“ auswirken.
Es sei „sichergestellt, dass es keinen Konflikt im Klassenzimmer selber gibt“, betonte der Minister im Gespräch. Wie will er so etwas „sicherstellen“? Ich fürchte, der Mann ist nicht nur Optimist, er ist noch viel mehr Träumer.
Die Gleichbehandlungsanwaltschaft hat unterdessen am Freitag per Aussendung einmal mehr vor rassistischer Diskriminierung von Schülerinnen und Eltern im Zusammenhang mit dem Kopftuchverbot gewarnt. Schon in der „Aufklärungsphase“, bei der die Schulen Eltern und Kinder in den vergangenen Monaten auf die neue Regelung vorbereiten sollten, wurde der Organisation laut Leiterin Sandra Konstatzky „von würdeverletzenden Übergriffen gegenüber Schülerinnen“ berichtet.
Blendet die Regierung das einfach weg? „Augen zu und durch“: ist das die Devise? Ich fürchte, das Bildungsministerium hat sich entschlossen, die Konflikte nicht zu sehen. Wird man versuchem, alles was ein Koflikt ist, unter den Teppich zu kehren?
Grundsätzliches
Ich bin gegen jede „Verhüllung“ des Gesichts im Klassenzimmer. Ich brauch(t)e als Lehrer das Gesicht einer Schülerin / eines Schülers als Basis für Rückmeldungen im Unterricht. Ein „Kopftuch“ ist aber keine Verhüllung, sondern lässt das Gesicht frei. Eine Verhüllung „nach [manchen, besonders strengen; anm. mb] islamischen Traditionen“ wäre ein Niqab; den würde ich selbstverständlich nicht akzeptieren, weil er das Gesicht verbirgt und damit einem kommunikativen Unterricht die Basis entzieht. Das Kopftuch hingegen hat lange Tradition: es war und ist in Österreich seit Jahrhunderten üblich, auch in christlichen Zusammenhängen.

Was denkst du über den geplanten Schülerstreik?
ich weiß nicht recht; macht das problem zu einem parteipolitischen – was es zwar eh schon ist, aber dann halt noch konfrontativer. mir wär eine „zivilgesellschaftliche“ antwort lieber und es wär in der sache vielleicht dienlicher. aber ich weiß es nicht.