Knappe Mehrheit für Mitte-Links, Populisten verlieren
Die Reichstagswahlen 2026 in Schweden sind entschieden. Das Wahlergebnis steht genau in der Wikipedia. Das „Linksbündnis“ kommt insgesamt auf 176 Mandate, das „Rechtsbündnis“ auf 173. Es berichten z.B. der ORF und der Spiegel.
Der ORF und der Spiegel stellen das Ergebnis sehr vereinfacht dar. Im Reichstag sind nicht 2 Parteien vertreten, sondern 8. Die kann man grosso modo zu „Bündnissen“ „addieren“, aber das sind dann komplexe Gebilde.
Die Sozialdemokraten sind stärkste Partei, haben aber leicht an Stimmenanteilen verloren. Die anderen im „Linksbündnis“ haben dafür leicht gewonnen. Die bisherigen Regeierungsparteien haben leicht zugelegt, aber durch die Verluste der Rechtspopulisten ist eine neuerliche Regierungskoalition de facto nicht möglich.
Wenn man das in österreichische Verhältnisse übersetzen würde, käme in etwa heraus:
die SPÖ verliert leicht, bleibt aber stärkste Partei; NEOS und Grüne gewinnen leicht; auch die ÖVP gewinnt leicht, aber durch die Verluste der FPÖ ist Schwarz-Blau nicht möglich.
„Bündnisse“?
Das „Rechtsbündnis“ besteht z.B. nicht nur aus den Regierungsparteien davor, sondern auch aus den rechtspopulistischen (oder rechtsextremen) „Schwedendemokraten“, die nicht Teil dieser Regierung waren – sie aber oft unterstützt haben. Und im „Linksbündnis“ sind zwar die Sozialdemokraten als stärkste Kraft im Reichstag, aber auch eine Grün-ökologische Partei und eine linkssozialistische Partei sind da mit dabei – und die „Zentrumspartei“, die „gegenwärtig einen Liberalismus mit sozialem, dezentralistischem und grünem Profil“ vertritt.
Ich sehe da eher 4 „Blöcke“: einen sozialdemokratisch-linken, einen mittleren, einen konservativen und einen rechtsextrem-rechtspopulistischen.
Regierungsbildung nicht leicht
Angesichts dieser Verhältnisse ist eine Regierungsbildung für die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, sicher nicht leicht.
