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Michael Bürkle

Israel nach der Wahl

Meine Prognose ist eingetreten: keine Kunst

Ich habe gestern noch zwei etwa gleich große Blöcke und einen dritten kleinen Block in der Knesset prognostiziert. Das ist eingetreten: „Patt in Israel / Offenes Rennen um Regierungsbildung“; aber die Prognose war keine Kunst.

Ein Endergebnis liegt noch nicht vor, aber die 3 „Lager“ sind klar. Es sind aber weit mehr Parteien, mindestens zehn. (In der „alten Knesset“ waren es 14 bzw. 16.) Die größte dürfte Netanyahus Likud werden, aber die rechts­extremen und ultra­orthodoxen Parteien haben insgesamt verloren und die arabischen Parteien haben offenbar deutlich zugelegt. Der konservativ-rechts­extreme Block um Netanyahu und den Likud hat insgesamt verloren: er hat keine Mehrheit mehr in der Knesset. (Das ist für mich die beste der Nachrichten.)

Ich denke, es ist nötig, das Denken in Blöcken weitgehend aufzugeben. In der Knesset sind eben nicht nur 3 „Lager“. Man muss über die „alten“ Blockgrenzen hinaus zusammen arbeiten und man muss die arabischen Parteien in den Regierungsprozess integrieren. Das hofft auch ein Benediktinerpater, der Abt Nikodemus Schnabel:

Dormitio-Abt hofft auf arabisch-jüdische Koalition

Auch wenn das amtliche Endergebnis noch nicht vorliegt, zeigt das vorläufige Ergebnis nach Worten von Benediktinerpater Nikodemus Schnabel, dass die Mehrheit die bisherige Regierung abgewählt hat. Es stünde den jüdischen Oppositionsparteien gut, den arabischen Parteien die Hand zu reichen und eine gemeinsame Regierung zu bilden, sagte der Abt der Dormitio in Jerusalem.

Wahlsieger seien klar die arabischen Parteien und die Opposition im Ganzen, sagte er. Es sei an der Zeit, Israel neu zu denken und mutig den Schritt einer jüdisch-arabischen Partnerschaft zu wagen. Als positiv bewertete er die hohe Wahlbeteiligung und den radikalen Wandel in der Haltung der Minderheiten, die ihre langjährige Boykotthaltung aufgegeben hätten. Jetzt gelte es, die „Dämonisierung“ der arabischen Parteien zu beenden.

Respekt! Selten so mit einem Benediktiner einig gewesen … Aber ob die „christliche Einmischung“ da viel bringt?


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