Nicht alles, aber Ministerin Bauer am Holzweg
Immer wieder verblüfft sie mich, die Frau Minister Bauer (ehemals Plakolm). Dadurch, wie sehr sie von den Bedürfnissen einer Jugend und einer Realität entfernt ist.
Woher ich die Bedürfnisse der Jugend kenne? U.a. aus zahllosen Gesprächen mit berufstätigen Studierenden in meiner Funktion als Schuldirektor eines Gymnasiums. Das Mindestalter „meiner“ Studierenden war 17. Sie sind wegen verschiedenster Anliegen zu mir gekommen. Viele davon hatten mit Bildung zu tun; nicht alle.
Überraschung heute
Heute überrascht mich die Zivildienstministerin – als solche sieht sie sich ja auch – mit dem Vorschlag, die Anwendungsbereiche des Zivildiensts wesentlich einzuschränken.
Derzeit kann man sich als junger Mann für den Zivildienst melden, dann einen Freiwilligendienst machen und sich das anschließend als Zivildienst anrechnen lassen. Ins Visier nimmt man nun Kinder- und Jugendbetreuung in Indien und Wiederaufforstungsprojekte in Costa Rica.
… informiert der ORF. Wie besch…eiden muss man sein, einen Freiwilligendienst in Kinder- und Jugendbetreuung nicht anzuerkennen, weil er in Indien stattfindet? Oder einen in einem Wiederaufforstungsprojekt in Costa Rica? Ist Klimaschutz national?
Was denkt sich Frau Bauer da? Ja, ich weiß: dass wir sie alle – alle! – hier brauchen. Hier! Aber unsere Jugend denkt da „internationaler“.
wenigstens …
Der Gedenkdienst – z.B. in KZ-Gedenkstätten, das durchaus auch im Ausland – soll von den Einschränkungen durch die Frau Minister nicht betroffen sein. Naja: wenigstens das. Der sei nämlich „ein extrem wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur“. Ja, eh. Aber sonst?
und die Länge?
Was die Länge des Zivildiensts oder eines Ersatzdiensts betrifft, hab ich von der Frau Ministerin auch noch nichts Schlüssiges gehört. Er soll jedenfalls „länger“ werden – weil auch der Wehrdienst länger werden soll und weil er jedenfalls länger sein soll als der Wehrdienst. Warum denn nur? Ich höre keinerlei Argumente dafür.

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