Ein linksextemes Bekennerschreiben?
Für den Anschlag auf das Berliner Stromnetz, der für einige Tage großflächigen Stromausfall und damit auch Ausfall von Heizungen bedeuten wird, zeichnet offenbar ein als „glaubhaft“ eingeschätztes „linksextremes“ Bekennerschreiben verantwortlich: „Dahinter steckt offenbar eine linksextreme Gruppe, die den Anschlag auf das Stromnetz für sich reklamierte.“ Man ordnet den Anschlag der „Vulkangruppe“ zu, die auch schon gegen die Tesla-Megafactory aufgetreten war.
Ich kann mir so ein Schreiben nicht als glaubhaft vorstellen. Es ist in keiner Weise „links“, im Winter großflächig der Einwohnerschaft Berlins Strom und Heizung zu entziehen. Das ist idiotisch oder demagogisch oder menschenverachtend oder sonst abseitig, hat aber nichts mit links zu tun. Gegen den Tesla-Konzern? Da kann ich mir eher noch eine (wenn auch) abstruse Logik dahinter vorstellen.
Cui bono?
Die wichtigste Frage bei Kriminalfällen ist: Cui bono? Wem nützt es?
Zunächst bewirkt ein großflächiger Strom- und Heizungsausfall im Winter die Gefahr von Erfrierungen. Dann natürlich auch eine allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung. In dritter Linie bewirkt es auch Wut bis Hass auf die Täter, sobald es konkrete Verdachtsmomente gibt. Wer hätte da was davon?
Ich halte einen derartigen Anschlag für einen typischen Akt einer „hybriden“ Kriegsführung. Gewisse technische und organisatorische „Kapazitäten“ treffen auf den Wunsch nach einer Verunsicherung der Bevölkerung. Wenn es da allenfalls noch „nützliche Idioten“ gibt, die man einspannen und denen man ein Bekennerschreiben unterjubeln kann, macht das die Sache leichter.

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