Kuba ist ein Ärgernis für Trump 2.0
1958 haben kommunistische Revolutionäre – Fidel Castro, Ernesto „Che“ Guevara u.v.a.m. – die kubanische Regierung Batista gestürzt. Seither ist Kuba sozusagen „kommunistisch“ (was immer das genau heißt) und für viele US-Amerikaner:innen ein blankes Ärgernis. Kuba war lange Zeit ein nahes, „erotisches“ (bzw. mit Prostitution überzogenes) Urlaubsland für viele US-Amerikaner: „Rum and Coca Cola“ für „working for the yankee dollar“. (Im Lied geht es nominell um „Trinidad“; so heißt aber auch eine Stadt auf Kuba.)
Tatsächlich sind viele Kubaner:innen vor Castros Kommunisten geflohen, bevorzugt ins nahe Florida, und haben dort eine kubanische Diaspora aufgebaut, die im Schnitt sehr konservativ wählt.
1961 haben exil-kubanische Truppen mit der Unterstützung der CIA versucht, Kuba zurückzuerobern. Sie sind in der sog. „Schweinebucht“ gelandet – und kläglich gescheitert. Seither ist Kuba erst recht „kommunistisch“.
Die US-Regierung Obama hat ab 2015 wieder diplomatische Beziehungen mit Kuba aufgenommen. Da wäre friedliche Koexistenz möglich geworden. Das ist mit Trump 2.0 vorbei.
Handelsembargo, Energieembargo
Warum Kuba für die USA ein derartiges Ärgernis ist, ist für mich schwer nachzuvollziehen. Ja: da gibt es ein Land in der Nähe, das ein anderes Wirtschaftssystem pflegt als die USA. Aber ist das Grund genug, eine Bevölkerung von ca. 10 Millionen Einwohnern mit einer totalen Handels- und Energieblockade auszuhungern? Kuba hat den USA m.W. „nichts getan“: ich höre jedenfalls keine gravierenden Vorwürfe.
Die Strategie ist mittelalterlich. Im Mittelalter hat man auch Burgen belagert, wochen- und monatelang, wenn man sie nicht im Kampf erobern konnte. So lange, bis die Bewohner:innen an Hunger gestorben oder wahnsinnig geworden sind. Das probiert jetzt Trump 2.0. Aus der Niederlage in der Schweinebucht hat er anscheinend gelernt.
Die Erklärung des kubanischen Staatschefs Miguel Diaz-Canel auf X macht für mich die Gründe auch nicht wirklich klarer. Er schreibt:
Die USA bedrohen Kuba fast täglich öffentlich damit, die verfassungsmäßige Ordnung gewaltsam zu stürzen […]
Nur so lässt sich der erbitterte Wirtschaftskrieg erklären, der als Kollektivstrafe gegen die gesamte Bevölkerung geführt wird
„Kollektivstrafe“? Wofür? Dafür, nicht mehr „gefügig“ zu sein? Sollen die Kubaner und vor allem die Kubanerinnen wieder „for the yankee dollar“ arbeiten?

Bei „Rum and Coca Cola“ geht es allerdings tatsächlich um die Insel Trinidad, die gleichnamige Stadt auf Kuba ist da offenbar nur ein „Zufallstreffer“. Denn das Lied wurde 1942 von dem trinidadischen [sic!] Calypso-Musiker Rupert Westmore Grant alias „Lord Invader“ geschrieben (der auch 1943 das Urheberrecht dafür registrieren ließ, u.a. darum gab es später zwei Plagiatsprozesse um das Lied). Und der bezog sich in der ursprünglichen Textfassung explizit darauf, dass auf Trinidad eben gerade wegen der im II. Weltkrieg dort stationierten „Yankees“ die Prostitution überhandnahm. („Moralisch entschärft“ wurde der Text dann erst in der – heute deutlich bekannteren – Fassung… Mehr »
das wird wohl so sein, danke! für das gesamtbild macht das m.e. keinen echten unterschied. die „funktionen“ von trinidad und kuba waren für die usa i.w. gleich, nehme ich an … und sollen wieder so werden. dienend!