„Benziner «bis ans Lebensende»“
Alle anderen Fraktionen – ÖVP, SPÖ, NEOS und FPÖ – stimmten dagegen. Für die FPÖ nahm Abgeordnete Fürst Stellung. Sie stritt den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel ab – wie das auch offizielle FPÖ-Position ist:
Denn das Wetter und das Klima, so viel steht fest, werden auch in Zukunft machen, was sie wollen […] Den Klimawandel aufhalten oder steuern oder lenken, das geht nicht.
Und außerdem, meinte Fürst, werde sie …
„bis an mein Lebensende einen Benziner oder Diesel fahren“, denn „das bedeute Freiheit für die Bürger“.
Zum ersten:
Das ist natürlich blanker Unsinn. Es beginnt schon damit, dass das Wetter und das Klima nichts „wollen“. Sie machen nicht, „was sie wollen“, sondern das, was die Regeln der Physik und der Chemie (und der Biologie) beschreiben.
Einige Jahrzehnte Klimaforschung beweisen, dass – zwar nicht der einzelne Mensch, aber – die Menschheit als Ganzes sehr wohl Einfluss auf das Klima ausübt. Und zwar mit einigen technischen Hilfsmitteln, die sie entwickelt hat: den Verbrennungsmotoren. Die verbrennen Benzin oder Diesel und stoßen dabei große Mengen von CO2 aus, weit mehr als Mensch & Tier ausatmen können, weil sie Kohlenstoff verbrennen, der seit Millionen von Jahren im Untergrund als fossiler Treibstoff entstanden ist.
Dieses CO2 bleibt in der Atmosphäre und wirkt dort als Treibhausgas. Wie viel CO2 in der Atmosphäre ist, könnten wir als Menschheit steuern und tun es auch. Derzeit führen wir immer noch immer mehr zu. Natürlich steuern und lenken wir als Menschheit den Klimawandel, derzeit leider immer noch in Richtung mehr Treibhausgase.
Zum zweiten:
Da tut man sich jetzt schwer das zu interpretieren.
- Ist Frau Fürst schwerst krank und sieht ihr Lebensende schon kommen? Dann könnte ich mir tatsächlich vorstellen, dass sie ihren Benziner oder Diesel auf jeden Fall behalten will.
Ich glaub das aber nicht; sie ist Jahrgang 1969 und hat noch eine mittlere statistische Lebenserwartung von knapp 29 Jahren. Statistisch wird sie fast 86. - Ist sie sich sicher, dass die Benzin- und Dieselpreise für sie immer leistbar bleiben?
Dann ist sie sehr allein; viele Menschen steigen schon auf E-Mobilität um, weil absehbar ist, dass fossile Treibstoffe tendenziell immer teurer werden. Auch eine gute Politikerpension wird sich fossile Preise nicht unbedingt leisten wollen & können. - Ist sie sich sicher, dass es in ihrem Leben immer Benziner und Dieselautos geben wird?
Also ich glaube, dass sich in den nächsten 29 Jahren da einiges ändern wird; der Verbrennungsmotor ist eine Technologie aus dem 20. Jahrhundert und sehr veraltet. - Was für einen Begriff von „Freiheit“ hat Frau Fürst, wenn diese an einem Benziner oder einem Dieselauto hängt?
Ach so, klar: einen „freiheitlichen“ Begriff von „Freiheit“. - Und warum sagt das Frau Fürst überhaupt?
Naja, als Politikerin – glaubt sie – muss sie „Sager“ liefern, die man sich merken kann. Ob die stimmen, ist dabei nicht wichtig – denkt sie offenbar.
Es ist so: Politiker:innen liefern leider oft Sager, die für die Entwicklung der Gesellschaft völlig kontraproduktiv sind. Verantwortungslos ist das, wenn sie das selbst wissen. Dumm ist es, wenn sie es nicht wissen.
Schrecklich!
