Der Österreichische Journalisten Club sieht ein Sicherheitsproblem
Die österreischische Journalistin und Medienmanagerin Danielle Spera hat mit der berühmten Psychoanalytikerin Erika Freeman ein Buch mit dem Titel „Mut – über 36 bedeutende jüdische Frauen“ geschrieben. Geplant war eine Präsentation im Rahmen des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC). Der ÖJC hat nun aber die Bereitschaft zurückgezogen. (Es sei noch kein Termin vereinbart gewesen; eine fixe Zusage habe es vom ÖJC noch nicht gegeben.)
Der ÖJC hat argumentiert: „Wir können leider nicht die Sicherheit von Frau Spera gewährleisten und fürchten auch aufgrund ähnlicher Ereignisse in der Vergangenheit tumultartige Störaktionen.“ Der ÖJC-Präsident Stöger hat das in einem Posting noch spezifiziert: „Eine eigene Security für diesen Talk zu engagieren wäre zu aufwändig gewesen und hätte auch falsch verstanden werden können.“
Das verstehe ich nicht. Gewiss ist es (theoretisch) möglich, dass eine Buchpräsentation über das Leben mutiger jüdischer Frauen zu Störaktionen führen kann: rechtsextremer und / oder antisemitischer Natur. Aber wenn man das befürchtet, engagiert man eine Security. Auch eine polizeiliche Überwachung wäre da denkbar. Warum das „zu aufwändig“ gewesen wäre und warum man das „falsch verstehen“ hätte können, kann ich nicht nachvollziehen. Dass eine Absage (oder nicht-Zusage) ein befremdliches Bild erzeugt, verstehe ich durchaus. Man soll sich vor den Anti-Demokraten nicht verstecken.
Ich finde die Präsentation des Buches von Freeman und Spera wichtig und hoffe darauf, dass sie in entsprechender Öffentlichkeit zustande kommt. Ich wünsche dem ÖJC mehr Mut: um den geht es ja auch im Buch.
