Aufforstung ist erfolgreich
Vorgestern, am 19.2., hat GEO einen Artikel von Peter Carstens über „Chinas Grüne Mauer“ veröffentlicht, ein riesiges Aufforstungsprojekt in der Wüste Taklamakan entlang des Tarim-Flusses, der letztlich durch Verdunstung, Versickerung und Bewässerungskanäle im bzw. vom Erdboden verschwindet. China ist es seit 1978 entlang der zweitgrößten Sandwüste der Welt durch die Pflanzung von ca. 66 Milliarden Bäumen gelungen, vom Rand her die Wüstenbildung zu stoppen und die Wüste eine CO2-Senke zu verwandeln. Bäume und Sträuche entziehen der Luft CO2 und speichern es. Die Erfolge sind anhand von Satelliten-Bildern messbar.
Die Messreihen zeigten: Der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre über der Wüste hat sich reduziert, die Vegetationsdichte zugenommen. Zwei starke Indizien, die zeigen, dass die Begrünung der Wüstenränder funktioniert.
Die Gründe für das Projekt sind ökologische und politische. Die Aufforstung soll offensichtlich auch ethnische Minderheiten, etwa Uiguren, befrieden.
Kritik am Projekt gibt es auch ökologische: die Aufforstung bringt kaum Biodiversität mit sich; es entstehen Monokulturen, die anfällig gegen Schädlinge sind. Trotzdem ist die Aufforstung ein großartiges Vorzeige-Objekt. Der Artikel endet mit:
In einer Welt, in der skalierbare, low-tech-basierte Lösungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes gefragt seien, könne dieses Projekt sowohl als Inspiration als auch als Machbarkeitsstudie dienen.
Tatsächlich ist Chinas Grüne Mauer Inspiration und Vorbild geworden.
skalierbare, low-tech-basierte Lösungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes
Als „Grüne Mauer“ war mir bisher nur die quer durch Afrika bekannt: Afrikas Grüne Mauer im Sahel. Das ist / war / wäre ein noch größeres Aufforstungsprojekt, das sich über den afrikanischen Kontinent entlang der Sahel-Zone erstreckt. Die Zielsetzungen sind an sich ganz ähnlich wie im chinesischen Plan: die Eindämmung der Wüstenbildung (Desertifikation), die Gewinnung von Land für die Landwirtschaft und die Bindung von CO2. Träger ist hier die Afrikanische Union; Teilnehmer sind ursprünglich 11 afrikanische Staaten; mittlerweile sind 21 Staaten involviert.
Das Hauptproblem der afrikanischen Mauer ist offenbar, dass sie als gemeinsam geführtes Projekt nicht wirklich funktioniert. Aus einer „Mauer“ ist mittlerweile ein „Mosaik“ verschiedener, dezentral organisierter Bepflanzungsprojekte geworden, die mehr oder weniger gut funktionieren. Zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen im Gebiet stören das Gesamtprojekt empfindlich.
Verwaltung
Hier ist China im Vorteil. Es gibt eine zentrale Verwaltung, die über das chinesische Projekt befindet. Daraus kann man auch für Europa lernen. Auch europäische Aufforstungs- und Renaturierungsprojekte benötigen eine wirksame Steuerung über internationale Gemeinschaften.

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