Im Kongo
In der Demokratischen Republik Kongo sind heute offenbar über 100 Bergarbeiter einer Coltan-Mine verschüttet worden. Die Ursache waren anscheinend heftige Regenfälle; schon am Dienstag war es offenbar in einem anderen Steinbruch in der Nähe „zu einem ähnlichen Vorfall gekommen“.
Man nimmt an, dass die Verschütteten tot sind, sucht aber noch nach möglichen Überlebenden.
„Coltan“?
Coltan ist ein „Niob-Tantal-Erz“; man braucht das lt. Wikipedia relativ dringend in Laptops, Smartphones, Digitalkameras, Spielekonsolen oder Elektroautos.
Schuld?
Jetzt können natürlich einzelne Benutzer:innen von Smartphones, Laptops und dgl. nichts dafür, dass in einer Coltan-Mine bei Regen massenhaft Bergarbeiter verschüttet werden. Ich bin da auch schuldlos. Allerdings war es mir beim Kauf meines Handys schon wichtig, dass es einigermaßen preiswert war. Schuld ist womöglich die Bergbau-Firma, die Arbeiter bei starken Regenfällen in eine Grube schickt – obwohl ein paar Tage davor ganz in der Nähe schon was Ernstes passiert war. Schuld ist der Technikkonzern, der dem Bergbauunternehmen keine Preise zahlt, die ein Aussetzen der Arbeit bei Regenfall erlauben würden. Schuld ist überhaupt der Kapitalismus, der global zu unmenschlichen und gefährlichen Arbeitsbedingungen führt. Schuld ist …
So was kann man vielfach „argumentieren“. Bob Dylan hat das im Song „Who killed Davey Moore“ schon 1963 durchdekliniert; er musste dazu nicht an eine afrikanische Coltan-Mine denken, ein US-Boxring hat es auch getan.
Es ist höchste Zeit, dass in einer globalisierten Welt internationale Gewerkschaften international akzeptable und sichere Arbeitsbedingungen erkämpfen. Das würde aber im „Globalen Norden“ zu teureren Produkten führen. Müsste man halt zahlen, um der Gerechtigkeit und der Sicherheit willen.
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Nairobi, Kenia
Es passt irgendwie dazu: „23 Tote bei schweren Überschwemmungen in Nairobi“.
