online-Händler wettern gegen die Paketsteuer
Seit heute gilt eine Paketsteuer im online-Handel, allerdings nur für online-Händler mit mehr als 1 Million € Umsatz. Das sind „die großen“. Diese Paketsteuer ist eine Gegenfinanzierung einer Mehrwertsteuerreduktion auf Grundnahrungsmittel.
Der ORF berichtet darüber in einem Video und lässt da einen Herrn Gutschi, den Geschäftsführer des Versandhauses OTTO, zu Wort kommen. Herr Gutschi erklärt, dass die Margen im online-Handel so gering seien, dass man die Abgabe an die Kunden weitergeben müsse und dass deshalb „online-Konsum, die Zukunft des Handels, verloren“ gehen werde. Er rechne „mit deutlich weniger Bestellungen“.
Ich meine, dass online-Handel eine sehr problematische Form des Handels ist, die man nicht fördern muss. Dieser Handel ist mit hohem Einsatz von Transportenergie verbunden, und es ist ein Handel, der kleinen Händler:innen kaum Chancen für ihre Produkte lässt. Ich finde es an sich absurd, sich aus China (oder von wo immer) Kleidungsstücke oder technische Geräte schicken zu lassen. Kleidungsstücke sollte man probieren, bevor man sie kauft; auch technische Geräte sollte man in der Anwendung sehen können. Weil das nicht geht, gibt es enorme Rücklaufquoten, denn viele Kund:innen sind mit den Waren nicht zufrieden: „Onlinekäufer schicken so viele Pakete zurück wie nie zuvor“, schreibt das Handelsblatt. (Da fährt so ein Paket für nichts zweimal um die Erde!)
Also wenn diese Paketsteuer zu „deutlich weniger Bestellungen“ führt, dann steuert sie richtig!
online-Handel ist nicht die „Zukunft des Handels“, wie das der Versandhändler Gutschi meint, sondern ein Irrtum der Gegenwart. Der gehört auf jeden Fall besteuert – schon aus Gründen von Umwelt- und Klimaschutz, und wenn diese Einnahmen dafür dienen, Grundnahrungsmittel billiger zu machen, finde ich das gut.
Ich finde es beinahe lustig, wenn ein online-Händler über die zu geringen Margen klagt. Niemand zwingt ihn dazu, online zu handeln.
