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Michael Bürkle

„Diktatur der Fasler“

Einserkastl

Die „Einserkastl“ der österreichischen Zeitung Standard – kurze Glossen zum Tagesgeschehen auf Seite 1 – sind immer wieder ein Moment der amüsanten Kritik oder eines kritischen Amusements. Das heute von Christoph Winder unter dem Titel „Diktatur der Fasler“ ist – finde ich – ein besonders gelungenes.

Die online-Fassung ist mit Zwischentiteln noch strukturiert; offline sieht der Text etwa so aus:

Die Diktatur der Fasler

Schmarren am laufenden Band: Im Internet findet man massenhaft Belege, wie Donald Trumps kreisrundem Mündchen sinnleeres Geschwafel entschlüpft. Trump faselt über „Groceries“, Lebensmittel, ein Wort, das ihn zu faszinieren scheint („It says a bag with different things in it“); er extemporiert bei MAGA-Veranstaltungen ohne Anlass über Haie und Magneten oder tippselt selbsterfundenen Nonsens in der Covfefe-Tradition ins Handy. So geht das seit Jahren dahin. Der krause Sprachsalat lässt den Verdacht aufkommen, Trump verbringe seine Abende beim nächstgelegenen Branntweiner (tut er nicht. Er ist Abstinenzler und nur Cheeseburger-süchtig).

Trump ist nicht der einzige Faselhans im Weißen Haus. Der Historiker Christopher Clark wohnte vor einem Jahr vor seinem Fernseher dem legendären DOGE-Doppelauftritt von Trump und Elon Musk bei und ortete bei Musk entgeistert „zusammenhanglose Satzfragmente“ und eine an „Inkohärenz grenzende Präsentation“.

Kohärent wird es bei Trump und den Tech-Bros nur dort, wo sie ihre wahren Ziele verfolgen: gnadenlose Selbstbereicherung unter Inkaufnahme oder bewusster Herbeiführung maximaler sozialer Schäden. Galoppierender zivilisatorischer Zerfall geht mit galoppierendem Sprachzerfall einher. Hat man gewusst, bekommt man jeden Tag aufs Neue demonstriert. Willkommen im Universum der mächtigsten Fasler aller Zeiten.

(Christoph Winder, 8.2.2026)

Danke, Herr Winder! Danke Standard!


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