michael bürkle

texte … zu bildung, politik und ähnlichem und die einladung zur diskussion …

Michael Bürkle

Fußball und Rassismus

Leider …

Fußball könnte etwas Völkerverbindendes sein. Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen können sich auf ein gemeinsames Regelwerk verständigen – trotz FIFA, die da allzu oft breitbeinig im Weg steht. Man braucht keine gemeinsame Sprache, sondern kann sich über Wesentliches schnell international verständigen. Die Regeln sind an sich einfach: Einen Ball in eine Richtung treten kann schnell jeder und jede, die Ausrüstung ist nicht teuer.

Leider weckt Fußball auch rassistische Ressentiments in aller Welt. Er ist manchmal nicht in der Lage, vorhandenen Rassismus (oder schlicht Chauvinismus) zu überdecken. Über den biologisch überholten Begriff Rasse lassen sich bisweilen andere, ebenfalls üble Zielsetzungen transportieren.

Danke!

Der ORF hat dankenswerterweise eine Liste rassistischer Vorfälle zusammengestellt: „Rassismus trübt Fußball-WM“.

Da ist der ehemalige konservative spanische Premierminister Rajoy, der den nächsten Gegner Spaniens bei der Fußball-WM in Verrruf bringen wollte: Frankreich verfüge über einen „Kader von höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen“. Das ist einerseits dumm, weil nachweisbar falsch, andrerseits rassistisch, aber Rassismus an sich ist ja dumm. Vielleicht wollte Rajoy allerdings politisch konservatives Kleingeld wechseln.

Ebenfalls gegen die französische Mannschaft hetzte die paraguayanische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia. Kylian Mbappe hatte ihr besonders nicht gefallen. (Er hat gegen Paraguay ein Tor geschossen.)

In den sogenannte „sozialen“ – aber eher asozialen – Medien wird Rassismus auch oft an die Oberfläche gespült. Da stellt sich bisweilen die Frage, ob ein Spieler ein „echter“ Franzose, Spanier, Engländer, Argentinier, Deutscher, Österreicher usw. sei. (Täusche ich mich oder wird die Frage bei Spielerinnen seltener gestellt?) Dabei sind wir alle Produkte von Wanderbewegungen über die Jahrhunderte in mehr oder minder großen Gruppen und der Begriff Rasse ist auf die Spezies Mensch nicht anwendbar; seine Anwendung ist dumm. Es gibt einen viel relevanteren Begriff: den der Staatsbürgerschaft. Das ist ein juristischer Begriff mit klaren Bedingungen.


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