Poet und Musiker
Der Wiener Poet und Musiker Georg Danzer wäre heute 80 geworden. Seine Texte und seine Musik haben mich und meine Generation durch das ganze Leben begleitet. Georg Danzer ist vor etwa 19 Jahren, am 21.6.2007, an Lungenkrebs gestorben.
Danzer war ein hochbegabter Autor und Komponist; er hat auch für einige andere österreichische Interpret:innen Lieder geschrieben. Viele seiner Texte sind hellsichtig und immer noch aktuell: sie werden immer wieder gespielt.
Georg Danzer war auch politisch aktiv, immer auf der Seite der Ausgegrenzten und Entrechteten. Zwischen 2000 und 2002 war er z.B. Vorsitzender von SOS Mitmensch.
Der Radiosender Ö1 hat schon am Sonntag als „Spielräume spezial“ unter dem Titel „Wiener Lässigkeit“ einen Rückblick auf Danzers Wirken gesendet. Heute um 17:30 folgt mit „Jö schau – Genau“ noch eine Spielräume-Sendung mit Musik und Texten von Georg Danzer.
Was ist noch zu sagen? Vielleicht „Danke, Schurli“!
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Mein Lieblingslied von Danzer: „Die Freiheit“, erschienen 1979. Fünf Strophen, ohne Refrain:
Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo.
Die Sonne schien, mir war ums Herz so froh.
Vor einem Käfig sah ich Leute steh’n,
Da ging ich hin, um mir das näher anzuseh’n.
„Nicht Füttern“, stand auf einem großen Schild
„Und bitte auch nicht reizen, da sehr wild“.
Erwachsene und Kinder schauten dumm
Und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.
Ich fragte ihn: „Wie heißt denn dieses Tiеr?“
„Das ist die Freiheit“, sagtе er zu mir,
„Die gibt es jetzt so selten auf der Welt,
Drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt“
Ich schaute und ich sagte: „Lieber Herr,
Ich sehe nichts, der Käfig ist doch leer“.
„Das ist ja grade“, sagte er, „der Gag,
Man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg“
Die Freiheit ist ein wundersames Tier
Und manche Menschen haben Angst vor ihr.
Doch hinter Gitterstäben geht sie ein,
Denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.
