Bald wird es keine Gletscher mehr geben
Der menschengemachte Klimawandel beseitigt die Gletscher in den Hochgebirgen. Das Klima wird deutlich wärmen; die Gletscher fließen als Wasser ab. Der Meeresspiegel steigt damit letztlich; auch schon durch den Abfluss Grönlands und der Antarktis.
Das ist mittlerweile allgemein bekannt: nichts Neues. Seit Jahren und Jahrzehnten gibt es Berichte vom „Rückzug“ der Gletscher: wie viele Meter pro Jahr etc. Es gibt vergleichende Fotos vorher vs. nachher. Der Rückzug ist „dramatisch“.
Was bedeutet der Rückzug der Gletscher? Warum ist das ein „Drama“?
Zunächst fließt womöglich mehr Wasser ab als bisher, weil mehr auftaut. Langfristig ist aber der Gletscher dann weg und kein Wasser zum Abfließen mehr da: außer jenes, das durch immer wieder auftretende Niederschläge gerade noch vorhanden ist. Das Eispolster, das aber bisher für kontinuierlichen Wasserfluss gesorgt hat, ist irgendwann weg. Dann kommt als Bach nur mehr das, was als Regen, Tau oder Schnee grad gefallen ist. Dann trocknen unsere Bäche, unsere Gebirge und die Gebirgstäler aus.
Der „Zerfall“
Neu, zumindest begrifflich neu ist, dass der Alpenverein nun vom Zerfall der Gletscher spricht: „Gletscher schwinden nicht mehr, sie zerfallen“. Was ist damit gemeint? Eine revolutionäre Erkenntnis? Ein anderes Verhalten der Gletscher? Eine Chance?
Nichts dergleichen. Gemeint ist nur, dass das Gerede vom „Schwund“ der Gletscher gedanklich einen allmählichen Rückzug nahelegt. Das ist aber nicht immer und überall so. Wenn sich ein Gletscher „zurückzieht“, wird die Topographie des darunter liegenden Gebiets sichtbar. Die Landschaft unter dem Gletscher „apert aus“; das sieht dann nicht mehr nach einem Rückzug aus, sondern nach einem Zerfall. Der Gletscher wird nicht (nur) kürzer und dünner, er zerlegt sich auch in noch bestehende Eisschollen und dazwischen bereits apere Hügelchen. Er „zerfällt“ eben; seine Gletscheroberfläche zerfällt in kleine und kleinere Teile.
Macht das einen Unterschied? Ja, schon. Es kommt dann vor, dass ein großer Gletscher zunächst in ein paar kleinere Eisflächen „zerfällt“ – und die dann schneller davonschwimmen als es die große Eisfläche tun würde. Wir müssen den Zerfall der Gletscher als beschleunigenden Wirkung einkalkulieren.
Ein Gedankenexperiment
Wenn Sie einen Eiswürfel haben, können Sie ihm beim Schmelzen zusehen. Je nach Größe dauert das; manchmal lang. Wenn Sie den Eiswürfel aber in Scheiben schneiden – also „zerfallen lassen“, geht das Abschmelzen viel schneller. „Zerfallen“ führt zu einer Vergrößerung der Oberfläche der Eismasse – und dann schmilzt sie schneller, denn Schmelzen ist eine Sache der Oberfläche.
Wenn Sie einen Würfel der Seitenlänge a haben, hat der eine Oberfläche von
O = 6 a². An dieser Oberfläche schmilzt er. Wenn Sie den Würfel durch einen Mittelschnitt in 2 Quader teilen, kommen als Oberfläche 2 Quadrate dazu: die Schnittflächen. Es schmelzen dann 8 a².

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