Ein Berg bei Innsbruck
Heute schreibt mir ein Freund vom „Glungezer“. Der Glungezer ist ein wichtiger Ausflugsberg südlich von Innsbruck, etwas östlich des Patscherkofels.
Mich reitet der Klugscheißer-Teufel und ich schreibe ihm:
<klugscheiss>
Laut Prof. Moser – und ich schließ mich da an – muss es eigentlich „Glunggezer“ heißen. Mit 3 g.
Das zweite g macht aus dem n ein „ng“ wie in Ring, singen, lang etc., also aus dem dentalen Nasal n den velaren Nasal ng. Das dritte g ist lautmalerisch und soll an das Glunggen (Glucksen) der Gewässer dort oben erinnern.
</klugscheiss>
Prof. Moser ist ein Innsbrucker Sprachwissenschaftler und Germanist- Ich habe bei ihm ich zwölf Jahre als Assistent gedient und habe ihn sehr schätzen gelernt. Mein Freund und ich sind ihm lange Jahre auch in seinen Funktionen als Dekan und Rektor immer wieder begegnet. Ich hoffe, es geht ihm gut.
Der Professor hat sich immer wieder über die Schreibweise „Glungezer“ lustig gemacht und auch über Menschen, die nicht verstehen, was das dritte g für eine lautmalerische Funktion hat.
Mittlerweile
Mittlerweile hat sich die Schreibweise „Glungezer“ leider durchgesetzt und damit auch eine Veränderung der Aussprache. Sie „gluckst“ jetzt nicht mehr. In der Wikipedia gibt es noch eine Spur davon:
Der Name „Glungezer“ (Schreibweise historisch auch Glunggezer) dürfte auf eine lautmalerische Nachahmung von glucksendem Wasser zurückgehen. In einer Mulde oberhalb der Tulfeinalm, aber auch an anderen Stellen, fließt das Wasser teilweise unsichtbar glucksend zwischen und unter den Felsblöcken dahin.
Darum hieß der Berg Glunggezer.
