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Michael Bürkle

Götter messen falsch

Im Westjordanland

Aus dem Westjordanland werden immer wieder Zusammen­stöße zwischen palästi­nensischer Bevölkerung und jüdischen Siedler:innen berichtet. Es geht da einer­seits um Interessen an Grund und Boden, andrer­seits auch um das Völker­recht. Das West­jordanland ist als palästi­nensisches Gebiet ausgewiesen; die Besiedlung durch einen Fleckerl­teppich jüdischer Siedlungen wird von der derzeitigen israelischen Regierung nicht nur toleriert, sondern sogar völkerrechts­widrig gefördert.

Nun hat der israelische Ministerpräsident die Übergriffe von Siedlern herunter­­gespielt: „Netanjahu spielt Gewalt durch jüdische Siedler herunter“; das seien bloß „Kids“, eine relativ kleine Gruppe aus „Teenagern aus zerrütteten Familien“, die nicht aus dem Westjordan­land stammen sollen. Netanyahu gibt zu, dass sie Olivenbäume fällen und „manchmal versuchen ein Haus anzuzünden“ – da gibt er nur den Versuch zu. Gleichzeitig spielt er Gewalttaten palästi­nensischen Ursprungs, die es in der permanent aufge­heizten Stimmung womöglich auch gibt, hoch.

Zweifel und Beweise

Ich zweifle an der Wahrheit dieser Darstellung, aber ich habe keine Beweise. Es klingt nur alles sehr gekünstelt. Aber es gibt Menschen, die der Wahrheit sehr viel näher kommen. „Avi Dabusch, Vorsitzender der Organisation Rabbiner für Menschenrechte, schrieb in einem Post auf der Plattform X zu Netanjahus Äußerungen:“

Eine dreiste Lüge und eine klare, unmittelbare Gefahr für uns alle!

Rabbi Dabusch hat erkannt, dass die Lüge des Minister­präsidenten Israel beschädigt und schadet. Er bestätigt mich in meinem Befund, dass es auf beiden Seiten viele Menschen mit einer tiefen Friedens­sehnsucht gibt, die miteinander koexistieren und auch kooperieren wollen. Frieden in Israel und Palästina wäre möglich – aber nicht mit dieser rechts­extrem-ultra­orthodoxen israelischen Regierung, die permanent jüdische und arabische Bevölkerung gegen einander aufhetzt.

„Rechte“

Theokratien – politische Systeme, die sich eines herrschenden „Gottes“ bedienen – sind extrem gefährlich. Das gilt für den Iran und das Mullah-Regime, das gilt ebenso für die ultra­orthodoxen Siedler, die ein Recht auf das Land Israel / Palästina aus der Torah / dem Alten Testa­ment, also aus der Bronze­zeit ableiten. Die Götter werden in Theokratien für falsche Maße missbraucht. Teuflisch!


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