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Michael Bürkle

Grönland-Eis schmilzt schneller

Der Klimawandel schreitet voran

Der Jänner 2026 war in Österreich der kälteste seit 2017. Was ist los mit der Klima­erwärmung? Ist sie abgesagt?

Dass der menschen­gemachte Klima­wandel immer auf eine Erhitzung hinaus­läuft, ist falsch. Das kann schon sein, dass im Zeichen des Klima­wandels ein Monat in einem Land plötzlich „kälter“ ist. (Wenn durch den Klimawandel der Golfstrom zusammenbricht, wird es in Europa schon deswegen kälter.)

Der Klima­­wandel ist durch extreme Ereignisse gekenn­zeichnet: Dürren genau so wie übermäßige Nieder­schläge. Die Atmosphäre wird durch die Treibhaus­­gase generell wärmer und kann damit mehr Feuchtigkeit aufnehmen und die dann in verschiedenen Formen an verschiedenen Orten wieder auf die Erde herunter­lassen. Ja: Österreichs Jänner 2026 war ziemlich kalt. So what?

Aber schon einige Kilometer weiter ist das unter Umständen ganz anders. In Grönland ist dieser Winter besonders warm: statt durchschnittlich -7,7 °C sind wir derzeit bei +0,2°C. Damit schmilzt das Eis auf Grönland. Und wenn dieses Eis schmilzt, ist das bedeutend schlimmer als wenn das schwimmende Eis in der Arktis schmilzt. Beim schwimmenden Eis wird aus festem Wasser flüssiges: der Wasser­spiegel insgesamt steigt da nicht. Aber beim Grönland-Eis fließt dieses als Wasser in die Ozeane – und da steigt der Wasser­spiegel bedenklich. Ähnlich ist das in der Antarktis: die ist auch von Eis bedeckte Landmasse und auch dort fließt das Eis als Wasser ins Meer ab.

Ein deutlich steigender globaler Wasserspiegel wird Städte versenken und global weite Land­striche unbewohnbar machen.

Wir müssten …

Wir müssten den globalen Klimawandel unbedingt einbremsen; wir müssten CO2-Emissionen vermeiden, wo es nur geht; wir müssten sogar CO2 aus der Atmosphäre entnehmen – möglichst ohne dabei fossile Energie zu verbrennen – wenn wir den nach­folgenden Gene­rationen noch einen lebens­werten Planeten hinterlassen wollen.

Wenn wir das nicht tun, wird die Erde mittel- bis langfristig unbewohnbar. Das kümmert zwar einige Alte Herren auf diesem Globus nicht, weil sie jetzt – jetzt! – Geschäfte machen wollen. Was in 20, 30 Jahren der Fall ist, ist ihnen egal. Das ist das Teuflische am Klimawandel: man sieht ihn in seinen Aus­wirkungen erst deutlich später. Man muss ihn sich vorstellen. Und das ist schwierig. Die „guten Geschäfte“ einiger weniger machen sich viel direkter am Bankkonto sichtbar.

„Ich glaube nicht an den Klima­wandel“, hat ein Herr im Rahmen des letzten National­rats­wahlkampfs zu mir gesagt. Ich habe ihm geantwortet, dass das keine Glaubensfrage sei. Man wisse da schon Bescheid.

Die Alten Herren

Derzeit beschäftigt einer dieser Alten Herren die Welt über Gebühr täglich: US-Präsident Trump 2.0. Er hat sein Land aus der globalen Klima­politik im Wesentlichen abgezogen; er sorgt wieder – „drill, baby, drill“ – für Kohle­bergbau usw. Er bewirkt da in den USA nicht sehr viel, weil auch in den USA fossile Energien teurer und nachhaltige Energien immer billiger werden – trotz Trump 2.0. Er kommt gegen die globale Ent­wicklung letztlich nicht an: er kann nur verzögern und verschieben, nicht verhindern.

Die schlimmste Folge seiner Politik ist aber, dass er die Aufmerksamkeits­ökonomie blockiert. Man muss sich mit den Haken, die er schlägt, wohl oder übel beschäftigen, man muss seine Bocksprünge mitdenken – und kann sich nur an den Kopf greifen. Aber es bleibt wenig Energie für eine globale Klima­politik. Man müsste global denken und lokal handeln. Aber auch Österreich hat derzeit einen Klima- und Umweltminister, der vor allem Landwirtschafts­minister ist und sich als Bauern­vertreter sieht.

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