Ein Opener
Der Standard eröffnet heute auf Seite 1 mit dem Titel „Mehr als die Weltlage sorgt die Österreicher nur die Teuerung“. Er berichtet dann über eine Umfrage, die das market-Institut im Auftrag des Standard durchgeführt hat. Der Artikel auf S. 1 ist nur kurz:
Aber er verweist auf einen längeren Artikel auf S. 5; und den gibt es auch im Web.
In den Artikeln geht es allerdings vor allem um Bedrohungen auf der internationalen Ebene. Nur kurz wird auf S. 5 auf das „Hauptproblem“, scheinbar die Teuerung eingegangen:
Die Österreicherinnen und Österreicher blicken also nicht optimistisch auf die Weltlage und sind bei den Meinungen zu verschiedenen Staaten oftmals gespalten. Aber fühlen sie sich auch durch Kriege und internationale Spannungen bedroht? Nicht so deutlich, wie man es wohl erwarten würde: Mit Abstand am meisten bedroht fühlt sich die Bevölkerung nämlich von den steigenden Preisen und nicht von internationalen Krisen – 82 Prozent sehen die Teuerung als ein reales Bedrohungsszenario. Dahinter folgen die budgetären Probleme, die Verbreitung von Fake News und die Zuwanderung in Österreich mit ähnlich hohen Werten.
Offenbar wurde die market-Umfrage vor der letzten Publikation der Inflationsdaten durchgeführt. Derzeit sind wir ja bei beinahe idealen 2% als Inflationsrate. Der Finanzminister hat erfolgreich gearbeitet; offenbar hat Österreich das größte Problem nun im Griff. Das ist eine mögliche Deutung; mir fallen freilich noch ein paar andere ein. Umfragedaten sind halt so eine Sache.
Die internationalen Bedrohungen
Ich bin von market nicht befragt worden, aber mir machen die internationalen Bedrohungen schon großes Kopfzerbrechen. Da ist vor allem der menschengemachte Klimawandel, der an den Grundfesten unserer Zivilisation und unseres Lebensraumes bedenklich kratzt. Knapp dahinter ist für mich die Weltpolitik und mit ihr einer der größten Unsicherheitsfaktoren, den die Welt je gekannt hat: Trump 2.0. Diese beiden Katastrophen haben auch miteinander zu tun: die zweite erschwert die Arbeit an der ersten erheblich. Auch das Problem Fake News hat mit Trump 2.0 zu tun und die globale Migration andrerseits wieder mit dem menschengemachten Klimawandel – und der Politik der USA. Damit hätten wir die größten Bedrohungen, die market für Österreich festgestellt hat, alle auf einem kleinen Häufchen beinander.
Überhaupt die Teuerung bzw. Inflation
Ich finde die Inflation auch sehr unangenehm und lästig. Klar. Aber sie ist aus meiner Sicht ein Problem, mit dem jeder Mensch umgehen lernen kann, vor allem wenn sich Menschen zusammentun.
Es ist eigentlich ganz einfach: wenn mir etwas zu teuer ist, dann kaufe ich es nicht. Das ist mein gutes Recht als Konsument. Wenn wir uns als Konsument:innen zusammentun und zu teure Angebote (gemeinsam!) ignorieren und auf andere Produkte ausweichen, dann müssen die Verkäufer auf dem Markt mit den Preisen nach unten. Wenn die Nachfrage sinkt, tun das auch die Preise. Das ist unsere Macht als Konsument:innen. Wir dürfen uns nicht von immer wieder zu hohen Preisen schikanieren lassen. Und wir dürfen uns auch nicht den 1000en bunten Bildchen, die der Moloch Werbung auf uns loslässt, unterwerfen. Werbung lügt einfach sehr oft.
Wenn wir freilich einkaufen gehen nach dem Prinzip: „ich brauche dies und jenes und ich brauche es dringend und jetzt“, dann ist das ein sehr ungünstiger Ansatz. Das wird dann teuer. Und es ist genau der Ansatz, den uns die Werbung dauernd einredet: „du brauchst dies und jenes und du brauchst es dringend und jetzt“.


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