Nein, da fällt mir nix ein
Ich soll doch einmal (!) etwas Gutes über die FIFA schreiben. Die MaFIFA! Kann ich nicht! Unmöglich!
Oder doch?
Heute hat die FIFA etwas Gutes für die Emanzipation der Frauen weltweit getan. Tori Penso, eine 39-jährige US-Amerikanerin aus Florida, durfte das Herren-WM-Spiel zwischen Südafrika und Tschechien leiten, mit den Lineswomen Brooke Mayo und Kathryn Nesbitt an den Seiten.
Mrs. Penso ist eine überaus erfahrene Schiedsrichterin – und das zeigte sie auch. Sie hat die Partie souverän geleitet – dabei war sie erst die zweite Frau, der dieses Geschick vergönnt war. (Die erste war Stephanie Frappart vor 4 Jahren in Katar). Und es war nicht ganz einfach: beide Mannschaften hatten ihr erstes Spiel verloren und waren auf Punkte angewiesen. Genug Grund für Nervosität und Hektik.
Mit der souveränen Leitung eines kritischen Fußballspiels bei einer Männer-WM hat Frau Penso sicher vielen Frauen weltweit einen Selbstvertrauensschub ermöglicht. Danke, FIFA.
Männer!
Dass sie es nicht ganz leicht hatte, belegt vielleicht eine Szene in der zweiten Spielhälfte, als ein tschechischer Fußballspieler gegen Ende der 58. Spielminute am Boden lag und eine Traube von südafrikanischen Spielern um Mrs. Penso herumstand und mit ihr sprachen bzw. zu sprechen versuchten. Es blieb aber relativ gesittet, bis der 21-jährige Relebohile Mofokeng das „Gespräch“ mit einer kurzen Umarmung abschloss:
Ich weiß nicht, ob Tori Penso das in der Hektik der Situation überhaupt bemerkt hat und es wäre m.E. auch kein grobes Vergehen für einen jungen Mann aus einer „touching culture“ und also kein Fall für MeToo gewesen, aber einem männlichen Schiedsrichter gegenüber wäre das sicher nicht passiert. Wenn es Frau Penso gestört hat, hat sie es sich nicht anmerken lassen: auch eine Souveränität, die man halt nicht zu einer allgemeinen Regel erheben kann.


> Ich soll doch einmal (!) etwas Gutes über die FIFA schreiben.
Das ist einfach: man braucht nur zu warten, bis die FIFA den Bach runtergeht. 🙂
Weil dann bietet sich z.B. einer der bekanntesten Aussprüche der US-amerikanischen Stand-Up-Comedienne Jackie „Moms“ Mabley als Insiration an:
„They say you shouldn’t say nothin‘ about the dead unless it’s good. He’s dead. Good!“
ja. würde funktionieren
BTW, was die „Umarmung“ von Mofokeng betrifft: Ich hab dazu jetzt ein bisserl „im Internet“ gestöbert, und ich habe den Eindruck, dass das schlichtweg ein „Nicht-Thema“ ist. Weil das kommt schlichtweg nicht vor. Und darum frage ich mich, ob es wirklich sinnvoll ist, deswegen jetzt ein Faß aufzumachen. Denn ehrlich gesagt fällt sowas für mich unter „irrelevanter Sturm in Wasserglas“. Weil angesichts dessen, wie Staaten wie z.B. Afghanistan Frauen in allen Lebensbereichen nicht nur entrechten, sondern entmenschlichen, ist jede Aufregung über solche Kinkerlitzchen nichts anderes als ein kontraproduktiver und lächerlicher Pseudofeminismus, der nur darauf abzielt, einen rein performativem Pseudoaktivismus zur… Mehr »
les ich das richtig? du wirfst mir „Aufregung“ über „Kinkerlitzchen“ „als ein kontraproduktiver und lächerlicher Pseudofeminismus, der nur darauf abzielt, einen rein performativem Pseudoaktivismus zur Selbstbeweihräucherung zu zelebrieren“ vor? oder versteh ich da was falsch? es hat wenig sinn, wenn sich männer über feminismus-definitionen unterhalten. ich kann mit deiner nicht allzu viel anfangen: „augenhöhe […] soweit es möglich und zweckmäßig ist“ ist m.e. halt keine wirkliche. ich will da auch gar kein fass aufmachen; ich rege mich auch nicht über einen südafrikanischen fußballer auf, sondern stelle mehr oder minder amüsiert fest, womit eine sehr kompetente frau im beruflichen umgang mit… Mehr »