michael bürkle

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Michael Bürkle

Die Industrie jammert

Aber Jammern ist Teil des business

„verstörend“

GEorg Knill, der Präsident der Industriellenvereinigung, eines Vereins von ca. 4.000 (lt. Wikipedia) bis ca. 5.000 (lt. Eigendarstellung) „Industriellen“ als Mitglieder, hat heute im Ö1-Morgenjournal gemeint, es sei „verstörend“, Agrarhilfen mit dem Klimaschutzgesetz zu verbinden.

Das meine ich nicht, ich bin da ganz und gar nicht „verstört“. Die Dürrehilfe für Landwirt:innen hat mit dem Klima, mit dem Klimawandel und dem Klimaschutz zu tun. Ohne effektives Klimaschutzgesetz ist Dürrehilfe ein Schuss ins Blaue. Oder ins Knie. Dass wir kein Klimaschutzgesetz haben, ist mit ein Grund für die Dürre.

Viele Landwirt:innen bekommen ihre Dürreschäden von der Hagel­versicherung ersetzt. Viele haben sich aber nicht versichert. Man kann jetzt nicht allen die erlittenen Schäden ersetzen, das wäre ungerecht. Aber ich lasse gern mit mir reden, wenn es darum geht, Härtefälle zu einem gewissen Anteil abzufedern. 50% oder so.

Klimaziel hinausschieben?

Außerdem meinte Herr Knill, es wäre wichtig, die Klimaneutralität Österreichs um 10 Jahre zu verschieben, damit der „Wirtschaftsstandort“ nicht gefährdet werde. Man müsse im Gleichklang mit der EU sein. Sonst würde das „Klimafreaks Tür und Tor öffnen“.

Wen meint Knill mit „Klimafreaks“?

Herr Knill vergisst, dass die EU-Beschlüsse zur Klimaneutralität vom März eh schon verwässert sind – es geht nur mehr um eine Reduktion der Emissionen um 90%. Und dass die Klimaneutralität 2040 im ausgehandelten Regierungsprogramm steht. Und dass wir sowieso schon extrem spät sind – das merkt man auch an diesem Sommer. Wir sollten schon längst klimaneutral sein – Wissenschaft und Politik und Konzerne wissen um die Klimaproblematik schon lange. (Vgl. „Menschengemachter Klimawandel: Was wussten die Regierungen – und seit wann wussten sie es?“ bei den Scientists for Future.)

Knill will nicht, dass Österreich da einen „Musterknaben“ spiele. Es nütze nichts, wenn wir das Klimaziel rechtzeitig erreichen, noch vor den letzten in der EU. Doch, natürlich: das wäre durchaus nützlich. (Vgl. dazu auch „Hitzeschutz statt Klimaschutz? Ein neuer Spin der Verzögerung und Verhinderung“ bei den Scientists for Future.)

Knill: Ein zusätzlicher Zeithorizont von zehn Jahren würde der Industrie „massiv helfen“. Ich glaube das nicht, ganz im Gegenteil. Das würde den notwendigen Wandel noch weiter verzögern und veraltete Strukturen, alte Probleme und überholte Produktionsweisen erhalten und verlängern.

Platz für Satire

Wen meint Knill mit „Klimafreaks“? Ich habe keine Ahnung, aber die satirische Tagespresse sieht die Industriellenvereinigung bereits von „Klimafreaks“ unterwandert. Funktionär:innen der IV werben in ihren Firmendarstellungen damit, wie weit sie mit ihren Firmen in Richtung Klimaneutralität bereits sind. klimaneutral wäre auch in der IV cool, im wahrsten Sinn des Wortes, nur politisch muss man jammern.

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