Aber die Medien sehen manches anders
Der Kanzler ist durch Österreich gefahren und hat Gespräche geführt: mit geladenen Fragesteller:innen. Dabei hat er sich einmal gewaltig verplaudert – als er gemeint hat, Kinderbetreuung sei keine Arbeit. Wir erinnern uns.
Jetzt gibt es als Zusammenfassung über die sommerlichen Erkenntnisse ein Video, in dem Kanzler Stocker über „unangeneme Wahrheiten“ spricht. Auf X, damit es nicht allgemein zugänglich ist. (Unten ist es verlinkt.)
Als Probleme nennt er (a) Integration und Migration, (b) das Gesundheitssystem – viel Investition, wenig Zufriedenheit. Und (c) sozusagen die wirtschaftliche Gesamtsituation. „Andere Themen wie etwa die Rekordhitze und Dürre der vergangenen Monate ließ der Kanzler in seiner Videoansprache unerwähnt“, schreiben unisono die Presse und der Standard.
Tja: neben Migration / Integration, dem Gesundheitssystem und der Wirtschaft sehen Presse & Standard noch wortgleich „die Rekordhitze und Dürre“. Die erwähnte Stocker nicht als Probleme. Aber die beiden Zeitungen sehen auch nicht weit genug: Hitze & Dürre haben nämlich Ursachen, die über „Wetter“ hinausreichen und um die man sich kümmern müsste. Stocker, die Presse und der Standard wollen in der Berichterstattung nichts von der Klimakrise (oder genauer: der Klimakatastrophe) wissen. Nichts von Treibhausgasen, die man vermeiden muss. Ist das Thema zu kompliziert? Wärs eigentlich gar nicht!
Was will man von einer Regierung erwarten, deren Kanzler das Hauptproblem unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaftsweise nicht sehen will, damit er an eine entsprechende Politik gar nicht denken muss? Das „existenziellste“ Problem? Was will man von einer Presse halten, da auch nicht nach Ursachen und Lösungen fragt, sondern nur nach dem Thermometer?
Gut …
Gut: im Gegensatz zu Kanzler Stocker, der Presse und dem Standard ist vielen Menschen die Klimakatastrophe durchaus geläufig und viele wissen auch um Lösungsansätze. Die Klimakrise beunruhigt sehr viele Menschen sehr; der Kanzler trägt leider nichts zu einer Beruhigung bei.
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Wenn man ein Land liebt, muss man den Mut haben, unbequeme Wahrheiten anzusprechen. Genau das tue ich. Denn Probleme verschwinden nicht, wenn man sie ignoriert. Man löst sie nur, indem man sie anpackt.
Wir haben schwierige Jahre hinter uns. Bei der Migration, im… pic.twitter.com/m5DwtKBXy5
— Christian Stocker (@_CStocker) August 29, 2026
