… sondern „Wasserbankrott“
Der ORF berichtet über einen Bericht der Universität der Vereinten Nationen in Kanada. Hauptautor des Berichts ist Kaveh Madani, er ist dort der Direktor des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit.
Da heißt es:
Die Welt tritt in ein „Zeitalter des globalen Wasserbankrotts“ ein, so das Fazit eines neuen Berichts der Vereinten Nationen (UNO): Begriffe wie „Wasserknappheit“ und „Wasserkrise“ spiegeln die Realität an vielen Orten nicht mehr wider, denn sie suggerieren potenziell reversible Zustände. In Wahrheit gebe es inzwischen unumkehrbare Verluste bei Süßwasserreserven.
Also: keine „Krise“, keine „Knappheit“, sondern ein „Bankrott“! Die Mangelzustände sind z.T. nicht mehr reversibel, also nicht umkehrbar.
Ich denke, das darf uns nicht überraschen. Zu zahlreich waren seit Jahren sehr viele Meldungen über gravierenden Wassermangel und über katastrophale Dürren – nicht nur aus unseren Alpen oder aus dem Iran. Aber jetzt haben wir es schriftlich. Der menschengemachte Klimawandel bringt global Wassersysteme zum Kippen.
Laut dem Bericht haben …
… viele Gesellschaften [… ] nicht nur ihr jährliches Kontingent an erneuerbarem Wasser aus Flüssen, Böden und Schneedecken überschritten, sondern auch ihre langfristigen Reserven in Grundwasserleitern, Gletschern, Feuchtgebieten und anderen natürlichen Reservoirs aufgebraucht. [fett von mir]
Ja, da sind auch wir in Österreich mitgemeint, die wir noch über ein scheinbar unerschöpfliches Reservoir an sauberem Trinkwasser verfügen. Aber der Grundwasserspiegel sinkt an vielen Stellen; die Gletscher als langfristige Wasserspeicher ziehen sich unaufhaltsam zurück – und verschwinden. (Zuerst kommt aus dem schmelzenden Gletscher noch zusätzliches Schmelzwasser; aus dem geschmolzenen Gletscher kommt später aber keines mehr.)
Vier Milliarden Menschen sind mindestens einen Monat pro Jahr schwerer Wasserknappheit ausgesetzt. Drei Milliarden Menschen leben in Gebieten, in denen die gesamten Wasservorräte zurückgehen oder instabil sind.
Wie kann Wasser knapp werden?
Vielfach überstiegen die Entnahmen die Neubildung. Und selbst dort, wo die Wassermengen stabil scheinen, schrumpfe der tatsächlich nutzbare Anteil. Zu den Ursachen zählten Grundwasserverschmutzung, Übernutzung von Ressourcen, Degradation von Land und Böden, Entwaldung und Umweltverschmutzung, noch verschärft durch die globale Erwärmung.
Ja, auch Entwaldung kostet Wasser.
Bedeutet Bankrott das Ende?
Keinesfalls – das ist den UNO-Experten wichtig. „Eine Insolvenz zu erklären bedeutet nicht, aufzugeben – es bedeutet, neu anzufangen“, betonte Madani. Indem der globale Wasserbankrott anerkannt werde, könnten endlich schwierige Entscheidungen getroffen werden. „Je länger wir zögern, desto größer wird das Defizit.“
Nötig sei eine neue, von Ehrlichkeit, Mut und politischem Willen geprägte Reaktion: Insolvenzmanagement statt Krisenmanagement. „Wir können verschwundene Gletscher nicht wiederherstellen oder stark verdichtete Grundwasserleiter wieder auffüllen, so Madani. „Aber wir können den weiteren Verlust unseres verbleibenden Naturkapitals verhindern und Institutionen neu gestalten, um innerhalb neuer Wassergrenzen zu leben.“
Eine kleine persönliche Ergänzung
Wir verlieren nicht an Wasser; wir verlieren Süßwasser. Aber der Salzwasserspiegel in den Ozeanen steigt und wird Städte an Meeresufern und große Gebiete an den Ufern überschwemmen. Das Steigen des Meeresspiegels bzw. das Absinken von Städten ist bereits messbar. Wir werden dadurch massive Verluste an Wohngebieten erleiden; es wird deshalb Fluchtbewegungen geben – und daraus resultierend vermutlich auch Kriege.
Wenn wir nicht umstellen!

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