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Michael Bürkle

KI statt Wasser

Indien sucht technologischen Anschluss

Indien, mit fast 1,5 Milliarden Menschen der diesbezüglich größte Staat der Erde, will am technologischen Fortschritt mitgestalten. Dazu baut Indien Rechenzentren, berichtet die DW. Eines davon entsteht am Rand der Region Delhi.

In dieser Metropolregion leben sehr viele Menschen, die über eine Leitung vom Ganges mit ca. 50 Millionen Liter Wasser versorgt werden sollten. Das geschieht aber nicht: wegen eines „sinkenden Grundwasser­spiegels“ wurde das Projekt gestoppt.

Aber:

Doch nur einen Kilometer weiter entsteht ein 50-Megawatt-Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz der Adani Group und EdgeConneX, für das die Regierung eine dauerhafte Wasserversorgung zugesagt hat.

Das führt dazu, dass weiterhin Tausende Menschen täglich in Eimern, Kübeln, Fässern Wasser zu ihren Behausungen schleppen müssen. Ein äußerst anstrengendes Vorgehen. Und gar keine vernünftige, nachhaltige Wasser­wirtschaft.

Tatsächlich sinkt der Grundwasser­spiegel durch den enormen Verbrauch von Wasser aus dem Ganges wirklich – was durch die neue Leitung zum KI-Rechenzentrum nur noch verschärft werden wird.

Wer ist schuld an der Misere?

Ist es der indische Staat, der einen wichtigen Teilaspekt des Wohlergehens seiner ärmsten Bevölkerung der neuesten Technik opfert?

Ist es die KI, die enorm viel Energie für ihren Betrieb braucht? Mehr, als derzeit schon vorhanden ist?

Sind es die KI-Konzerne und ihre Eigentümer, Manager und shareholder, die rücksichtslos in eine ungeheuer energieintensive Branche investieren, die sich womöglich allzu bald als Hype herausstellt?

Sind es eh wir alle, die den Energiebedarf des Globus permanent in die Höhe treiben und die die Kosten und Opfer nicht wahrhaben wollen?


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