Ein Interview stellt klar
Gestern wurde der Klimaforscher Daniel Huppmann in der ZiB 2 von Marie-Claire Zimmermann interviewt. Huppmanns Fachgebiet am Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) ist Klima- und Energiemodellierung; er kann zur derzeitigen Situation sehr viel und viel Genaues sagen.
Ich wollte ursprünglich ein Transkript der Ausführungen Huppmanns erstellen, aber das ist nicht mehr nötig: der Standard hat seine zentralen Aussagen gut gebündelt zusammengefasst.
Aussagen
summarisch zum Entwurf von Minister Totschnig?
- „Rein freiwillige Basis reicht nicht“
- „tatsächlich eher enttäuschend“
Der „Klimafahrplan“?
- „Das ist natürlich wesentlich weniger verbindlich und kann leichter wieder aufgedröselt werden, als wenn diese Sektorziele konkret im Gesetz festgelegt sind“
- „es braucht entweder Anreize, Förderungen oder es braucht Ordnungspolitik – also das, was im öffentlichen Diskurs oft als Verbote verschrien ist“
- „Wir sollten im Klimaschutz möglichst frühzeitig die klaren, langfristigen Ziele festlegen.“
Strafzahlungen, Klimaschutz-Zertifikate ankaufen?
- Verfehlt Österreich Klimaziele, muss es mit Strafzahlungen für Klimaschutz-Zertifikate rechnen, und auf das Szenario stellt Totschnigs Gesetzesentwurf wie berichtet schon ein. Der Rechnungshof habe einen Aufwand von „mehreren Milliarden“ prognostiziert, warnt Huppmann,
- „Auf jeden Fall ist es sinnvoller, dieses Geld rasch in Österreich in die Transformation hin zur Klimaneutralität zu investieren.“
Wie ist das mit klimaschädlichen Subventionen?:
- „In Zeiten von knappen Budgets macht es ja Sinn, dass wir darauf achten, nicht das kontraproduktive Verhalten zu unterstützen“
Huppmann ist bestimmt, aber bleibt höflich
Daniel Huppmann ist ein nobler Mensch. Er bleibt bei aller Bestimmtheit sehr sachlich und „nett“. Ich tu mir da schwer; ich habe den Herrn Minister ja schon öffentlich der Dünnbrettbohrerei geziehen. Und auch das ist aus meiner Sicht noch relativ nobel; ich sehe keinen Anlass da zu relativieren.
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