Zur gestrigen Nationalratssitzung: „Hausverstand“
Alle anderen Fraktionen – ÖVP, SPÖ, NEOS und FPÖ – stimmten dagegen. Für die ÖVP argumentierte Staatssekretär Pröll, die ÖVP verfolge „einen Klimaschutz mit Hausverstand“.
„Hausverstand“?
Was heißt das? „Hausverstand“ bezeichnet ein Denken, das man „von Haus aus“, also ohne besondere Fortbildung, besitzt. Da ist viel Intuition dabei, viel Erlebtes aus dem Alltag. Was nicht gemeint ist: wissenschaftliche Expertise. Erfahrungen aus anderen Lebenswelten, aus anderen Weltgegenden.
Wenn die ÖVP „Klimaschutz mit Hausverstand“ verlangt, verzichtet sie also auf das, was Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten zum Klimawandel geforscht haben. Da sind Ergebnisse dabei, die nicht völlig intuitiv sind. Die Intuition aus dem Alltag reicht nicht, um den Klimawandel zu verstehen. Man sieht das z.B., wenn Politiker:innen erklären sollen, wie der Klimawandel entsteht. Da kommt oft ein rechter Blödsinn daher.
Aber Hausverstand ist ja an sich nichts Schlechtes. Man soll ja aus eigenen Erfahrungen lernen. Aber eben nicht nur! Lernen über die eigenen, persönlichen Erfahrungen hinaus ermöglicht z.B. die Wissenschaft. Die ÖVP will sich offensichtlich von Wissenschaftler:innen „nix dreinreden“ lassen. „Wir wissen schon, was man machen soll“ ist da offenbar Devise.
Mit solchen Regierungsparteien ist natürlich für die Zukunft kein Staat zu machen.
