2025 zweit- oder drittheißestes Jahr
Der Klimawandel bleibt ein riesiges Problem – und meines Erachtens ist er mittelfristig das größte aller Probleme.
2025 war ein bisschen weniger heiß als das bisher heißeste Jahr 2024; es wird das zweit- oder drittheißeste aller je gemessenen Jahre. Als Folge des (menschengemachten) Klimawandels hatten wir aber auch 2025 „Überflutungen, Dürren und Wirbelstürme“ mit enormen Schäden. Ein Artikel auf ORF.at fasst die Lage gut zusammen. Wir sind – obwohl uns das Jahr 2025 manchmal kühl vorgekommen ist – erneut über dem 1,5-Grad-Ziel gelandet. Wir sind in manchen Bereichen – nachhaltige Energien z.B. – an sich gut unterwegs, aber als globale Gesellschaft noch nicht auf dem richtigen Weg.
Rekorde, leider
- „Ein Rekordhoch verzeichneten heuer mit 38,1 Milliarden Tonnen auch die CO2-Emissionen“
- „der Jänner war der wärmste der Messgeschichte“
- „der vergangene Winter [war] auf dem Festland […] der mildeste seit Beginn der Aufzeichnungen“
- „der März der wärmste [je gemesssene Monat] in Europa, Australien und Ozeanien“
- der „April war in Asien rekordwarm mit bis zu 49 Grad in Indien und Pakistan“
- usw. usf.
- Und: wir hatten auf den Balearen eine Temperatur von 31° – im Meer!
Klar gab es auch Kälterekorde – allerdings nur wenige. Aber der Klimawandel ist ja nicht ausschließlich durch Überhitzung gekennzeichnet, sondern durch Wetterextreme in allen Richtungen: Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit, Winde und Stürme. Das zeigte sich auch in „zahlreichen Flutkatastrophen“ und in durch extreme Trockenheit verursachten Waldbränden - gerade letzthin noch an der Innsbrucker Nordkette, sogar im alpinen Dezember!
Der Klimawandel kostete Tausenden das Leben und noch viel mehr Menschen ihre Existenzgrundlagen.
Aber wir wüssten, wie er zu bekämpfen ist.
Trotzdem
Trotzdem sehen viele Menschen die Bedeutung des menschengemachten Klimawandels als mittel- und langfristiges Problem Nr. 1 noch nicht. Als kurzfristiges, als momentanes Problem äußert sich der Klimawandel meistens als Wetterextrem – und ist danach wieder vorbei. Zu sehen, dass es sich nicht bloß um „einzelne“ Wetterextreme handelt, sondern um eine den gesamten menschlichen Lebensraum gefährdende globale Entwicklung, erfordert einen gewissen wissenschaftlichen Einblick und einen gewisses Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse. Das ist für viele Menschen schwierig. Da sind einem andere Krisen näher:
Einen Krieg als Problem zu sehen ist leicht. Migration als Problem zu sehen ist leicht. Inflation als Problem zu sehen ist leicht. Rassismus, Sexismus – ja, das sind große Probleme und sie müssen im Sinne einer Gerechtigkeit für alle bekämpft werden. Und auch die Demokratie ist an allen Ecken und Enden in Gefahr. Wir erleben heute viele „Krisen“.
Es ist leicht, sogenannte „Spitzenpolitiker“ – die Kriegstreiber unserer Generation: Trump 2.0, Putin, Netanyahu und wie sie alle heißen – als Probleme zu erkennen. Aber die sind alle befristet; die gehen vorbei. Ich sehe es schon auch so, dass man sich nicht ausschließlich um den Klimawandel, sondern auch um Frieden, um die Inflation, die Ökonomie, die Migration, die sozialen Ungerechtigkeiten und den Erhalt der Demokratie kümmern muss, aber der Klimawandel ist das große Untier im Hintergrund, das uns letztlich nicht erspart bleibt. Er ist die globale Krise.
Der Klimawandel geht nicht von selbst vorbei, und wenn wir ihn nicht effektiv bekämpfen, wird er der gesamten menschlichen Zivilisation den Boden entziehen – und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem Gegenmaßnahmen zu spät sind. Allerdings wird man das heute und morgen erst durch seine Vorboten (s.o.) sehen, noch nicht endgültig. Endgültig ist das dann … am Ende. Ich bin bald 70; ich werde dieses Ende vermutlich nicht erleben müssen; das geht vielen globalen Machthabern auch so; auch sie werden die Klimakatastrophe nur in Einzelereignissen vorausahnen müssen. Persönlich ist ihnen der Klimawandel deshalb wurscht.
Erleben müssen die Klimakatastrophe jene, die jünger sind.

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