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Michael Bürkle

Klimawandel bleibt Problem 1

2025 zweit- oder drittheißestes Jahr

Der Klimawandel bleibt ein riesiges Problem – und meines Erachtens ist er mittel­fristig das größte aller Probleme.

2025 war ein bisschen weniger heiß als das bisher heißeste Jahr 2024; es wird das zweit- oder drittheißeste aller je gemessenen Jahre. Als Folge des (menschen­gemachten) Klima­­wandels hatten wir aber auch 2025 „Über­flutungen, Dürren und Wirbel­stürme“ mit enormen Schäden. Ein Artikel auf ORF.at fasst die Lage gut zusammen. Wir sind – obwohl uns das Jahr 2025 manchmal kühl vorgekommen ist – erneut über dem 1,5-Grad-Ziel gelandet. Wir sind in manchen Bereichen – nach­­haltige Energien z.B. – an sich gut unterwegs, aber als globale Gesellschaft noch nicht auf dem richtigen Weg.

Rekorde, leider

  • „Ein Rekordhoch verzeichneten heuer mit 38,1 Milliarden Tonnen auch die CO2-Emissionen“
  • „der Jänner war der wärmste der Messgeschichte“
  • „der vergangene Winter [war] auf dem Festland […] der mildeste seit Beginn der Aufzeichnungen“
  • „der März der wärmste [je gemesssene Monat] in Europa, Australien und Ozeanien“
  • der „April war in Asien rekordwarm mit bis zu 49 Grad in Indien und Pakistan“
  • usw. usf.
  • Und: wir hatten auf den Balearen eine Temperatur von 31° – im Meer!

Klar gab es auch Kälte­rekorde – allerdings nur wenige. Aber der Klima­wandel ist ja nicht ausschließlich durch Über­hitzung gekennzeichnet, sondern durch Wetter­extreme in allen Richtungen: Hitze, Kälte, Feuchtig­keit, Trocken­heit, Winde und Stürme. Das zeigte sich auch in „zahl­reichen Flut­katastrophen“ und in durch extreme Trocken­heit verursachten Waldbränden ­- gerade letzthin noch an der Innsbrucker Nordkette, sogar im alpinen Dezember!

Der Klimawandel kostete Tausenden das Leben und noch viel mehr Menschen ihre Existenz­grundlagen.

Aber wir wüssten, wie er zu bekämpfen ist.

Trotzdem

Trotzdem sehen viele Menschen die Bedeutung des menschen­gemachten Klima­wandels als mittel- und langfristiges Problem Nr. 1 noch nicht. Als kurz­fristiges, als momentanes Problem äußert sich der Klima­wandel meistens als Wetterextrem – und ist danach wieder vorbei. Zu sehen, dass es sich nicht bloß um „einzelne“ Wetter­extreme handelt, sondern um eine den gesamten menschlichen Lebens­raum gefährdende globale Entwicklung, erfordert einen gewissen wissen­schaft­lichen Einblick und einen gewisses Vertrauen in wissen­schaft­liche Erkenntnisse. Das ist für viele Menschen schwierig. Da sind einem andere Krisen näher:

Einen Krieg als Problem zu sehen ist leicht. Migration als Problem zu sehen ist leicht. Inflation als Problem zu sehen ist leicht. Rassismus, Sexismus – ja, das sind große Probleme und sie müssen im Sinne einer Gerechtig­keit für alle bekämpft werden. Und auch die Demokratie ist an allen Ecken und Enden in Gefahr. Wir erleben heute viele „Krisen“.

Es ist leicht, sogenannte „Spitzen­politiker“ – die Kriegs­treiber unserer Generation: Trump 2.0, Putin, Netanyahu und wie sie alle heißen – als Probleme zu erkennen. Aber die sind alle befristet; die gehen vorbei. Ich sehe es schon auch so, dass man sich nicht aus­schließ­lich um den Klima­wandel, sondern auch um Frieden, um die Inflation, die Ökonomie, die Migration, die sozialen Ungerechtig­keiten und den Erhalt der Demokratie kümmern muss, aber der Klima­wandel ist das große Untier im Hintergrund, das uns letztlich nicht erspart bleibt. Er ist die globale Krise.

Der Klima­wandel geht nicht von selbst vorbei, und wenn wir ihn nicht effektiv bekämpfen, wird er der gesamten menschlichen Zivilisation den Boden entziehen – und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem Gegenmaßnahmen zu spät sind. Allerdings wird man das heute und morgen erst durch seine Vorboten (s.o.) sehen, noch nicht endgültig. Endgültig ist das dann … am Ende. Ich bin bald 70; ich werde dieses Ende vermutlich nicht erleben müssen; das geht vielen globalen Machthabern auch so; auch sie werden die Klima­katastrophe nur in Einzel­ereignissen vorausahnen müssen. Persönlich ist ihnen der Klimawandel deshalb wurscht.

Erleben müssen die Klimakatastrophe jene, die jünger sind.


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Kommentare

Eine Antwort zu „Klimawandel bleibt Problem 1“

  1. […] habe das im Artikel „Klimawandel bleibt Problem 1“ vom 29.12. schon […]

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